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Hubert K. Rampersad: Personal Balanced Scorecard. Der Weg zu individuellem Glück, Persönlichkeitsbildung und Managementerfolg.

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ISBN: 3503093621

    

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Hubert K. Rampersad: Personal Balanced Scorecard. Der Weg zu individuellem Glück, Persönlichkeitsbildung und Managementerfolg.

Eine gewisse Selbstbeweihräucherung gehört zum Geschäft. Das Buch von Rampersad kommt mit folgenden Statements daher: "bereits in 15 Sprachen übersetzte Werk des Erfolgsautors...", "Rampersad ist einer der größten Gedankenträger ...", "Nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie in der Lage sein, sich selbst besser zu verstehen, effektiver zu werden, eine neue Lebensweise zu entwickeln und glücklicher zu werden". Keine kleinen Worte. Meine Mindesterwartung ist beim Lesen dann wenigstens ein Anheben meiner Mundwinkel um einen Millimeter.

Um was geht's in diesem Buch? Im Prinzip um 4 Dinge: Erstens die Personal Balanced Scorecard, zweitens um einen permanenten persönlichen Verbesserungsprozess, drittens um eine geheimnisvolle Atemübung (dazu später) und viertens um die Übereinstimmung von persönlicher und unternehmerischer "Ambition".

Bei der Personal Balanced Scorecad wird eine persönliche Ambition (=Vision+Mission+Werte) definiert, dafür kritische Erfolgsfaktoren festgelegt und dann Kennzahlen gebildet, mit denen man sich selbst bewertet und seinen Fortschritt misst. Da das System schon "Balanced Scorecard" im Namen hat, werden ebenso wie bei der traditionellen Balanced Scorecard 4 Bereiche festgelegt, die allerdings wenig überzeugend und kaum praktikabel sind (intern, extern, Cash, Lernen). Hier gibt es von Lothar Seiwert, Cay von Fournier, Bodo Schäfer, Jack Black, Anthony Robbins und weiteren deutlich überzeugendere Einteilungen.

Noch problematischer als die inhaltliche Einteilung ist, dass sich ein Großteil der vorgeschlagenen Kennzahlen überhaupt nicht messen, zum Teil noch nicht einmal verstehen läßt. Oder wie sehen Sie das bei einer Kennzahl wie: "Prozentsatz verfügbarer Strategiefähigkeiten"? Oder bei einer Kennzahl wie: "Niveau des Lachens"? Mein Lach-Niveau beim Lesen war übrigens 42.

Aber eigentlich handelt es sich dabei um Details. Das Verfahren, sich selbst mit Kennzahlen zu bewerten und darüber zielgerichtet zu verbessern wird als umwerfend revolutionär und neu dargestellt. Nun kenne ich natürlich nicht alle Bücher, aber dass ein solches Verfahren schon bei Benjamin Franklin vor 250 Jahren beschrieben wurde (und in mindestens 3 Dutzend mir bekannten Büchern im Zeitraum zwischendrin), weiß ich. Und ein "international respektierter und anerkannter Vordenker und Berater für das Management" sollte das auch wissen. So klingen die Selbstbeweihräucherungen ungefähr wie: "Hurra, ich habe die Dampfmaschine erfunden!" Die ist etwa genauso alt. (Achtung: Meine Kritik spricht nicht gegen das generelle Prinzip, sich Ziele zu setzen und die Fortschritte periodisch zu messen!)

Natürlich kommt das Buch komplexer daher als meine Rezension vermuten lässt. Insbesondere im Teil der Verbindung zwischen der persönlichen und der unternehmerischen Balanced Scorecard. Durch die Komplexität wird das Konzept leider nicht besser, sondern unhandlicher.

Falls dies jemand noch nicht reicht: Eine Verschärfung gibt es noch im Buch. Auf den ersten Seiten wird eine Wunderwaffe namens "Atemübung" angekündigt. Diese soll folgendes bewirken: "Unterstützung bei der Formulierung der eigenen Ambition", "Training und Ausbildung des Gehirns", "Kontrolle über das Bewußtsein", "liefert die Energie für die Umsetzung", "macht glücklich". Damit auch der Letzte die Bedeutung dieser geheimnisvollen Atemübung begreift, wird die Ankündigung bis Seite 66 bestimmt 10 Mal wiederholt. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt felsenfest davon überzeugt, dass ich ohne diese Übung keinesfalls weiter leben könne. Auf Seite 66 erfolgt dann die Auflösung: Atmen Sie 4 Sekunden ein, halten 4 Sekunden die Luft an und atmen dann 6 Sekunden aus. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihren Atem. Fertig. Alles. Nada mas. Finito. Nichts weiter. Grundkurs Entspannungsübungen, Stunde 1, Übung 1.

Sorry, aber nachdem ich das Buch gelesen habe, fällt mir nichts weiter ein, als den Lesern meiner Rezension mitzuteilen, dass dieser Kaiser nackt ist.

rezensiert am: 14.12.2006

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