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Anregungen für ein UnternehmertrainingWarum Unternehmertraining?Die meisten Unternehmer empfinden die Konkurrenz als immer härter. In gewisser Hinsicht ist das richtig: Die Zeiten, in denen man einfach etwas Kapital benötigte, irgendwo eine Fabrik hinstellte und einem das Zeug aus den Händen gerissen wurde, sind lange vorbei. Andererseits bietet die heutige Zeit mehr Chancen als jemals zuvor. In bestimmten Branchen kann man praktisch fast ohne Kapital in den Himmel wachsen, in anderen Branchen entstehen (und verglühen) Stars zum Teil in wenigen Jahren oder gar Monaten. In einem solchen Umfeld, das weniger vom Kapital abhängt, mehr Chancen bietet sowie schneller und unübersichtlicher wird, steht jedoch fest, dass die Anforderungen an den Unternehmer als Person größer geworden sind. Bevor das Unternehmen Spitzenleistungen vollbringen kann, muss sie der Unternehmer bringen. Damit stellt sich die Frage, wie Spitzenleistungen vollbracht werden. Die Antwort ist in anderen Lebensbereichen längst gegeben und einfach: Ein Spitzensportler wird jeden Tag trainieren. Selbst wenn er schon zu den exzellenten Sportlern gehört, muss er nochmals rund 10.000 Stunden trainieren, um nur an einer Olympiade teilnehmen zu dürfen. Im Sport beträgt das Verhältnis von Training zu Wettkampf je nach Sportart rund 9:1. Bei den meisten Selbständigen und Unternehmern ist dies bestenfalls umgekehrt. In vielen Fällen ist das Verhältnis Training zu Einsatz sogar 0:10. Einfache Frage: Was würde mit einem Spitzensportler geschehen, der nie trainieren würde, der dafür aber jeden Tag beim Wettkampf wäre. Die Antwort: Er wäre innerhalb weniger Tage oder Wochen völlig ausgebrannt oder verletzt. Ganz sicher jedoch wäre er nicht auf den ersten Plätzen zu finden. Warum sollte es bei Unternehmern anders sein? Was spricht gegen ein Unternehmertraining?Nun ist"s bei den meisten Menschen mit dem Training wie mit dem Rauchen. Man weiß zwar, dass es irgendwie gut wäre, etwas zu ändern, aber machen tut man"s doch nicht. Dafür gibt"s Gründe und Vorwände. Bei einem Unternehmertraining sind es die folgenden:
Welche Kompetenzen sollten wie trainiert werden?Zuerst die Frage: Wie sollte trainiert werden? Im Sport gibt es ein einfaches Prinzip. Dies besteht aus gezielter Anspannung, also gezielter Aussetzung von Stress einerseits und Entspannung, also Pausen andererseits. Der Grund ist einfach: Der Muskel wächst nicht in der Anspannungs-, sondern in der Entspannungsphase. Ohne vorherige Anspannung wächst er natürlich auch nicht, wie man eindrucksvoll an vielen Coach-Potatos erkennen kann ;-) Gleiches gilt nicht nur für Muskelwachstum, sondern auch für Wachstum von geistigen Fähigkeiten. Da ein Unternehmer für gewöhnlich kaum unter zu großer Entspannung leidet, ist diese der Hebel für schnelleres Wachstum: Planen Sie gezielte Entspannungsphasen ein! Das hat nichts mit Schlafmützen-Konzepten a la "Wenn Du es eilig hast, gehe langsam" zu tun. Es geht um den gezielten Wechsel zwischen Stress und Entspannung. Nur so entsteht Stärke. Nun die eigentliche Frage: Was sollte trainiert werden? Dabei stellt sich ein Problem: Aus den sechs Aufgaben (Werte & Vision, Strategie & Positionierung, Externe Energie, Müllentsorgung, Umsetzung initiieren und Kontrolle, Entwicklung der eigenen Persönlichkeit) lassen sich nur zu einem gewissen Teil direkt die nötigen Kompetenzen herleiten. Das liegt daran, dass bestimmte Aufgaben mit ganz unterschiedliche Strategien und Stärken ausgeführt werden können. Zum Beispiel können Sie einen Umzug machen, indem Sie einfach Geld in die Hand nehmen und ein Transportunternehmen beauftragen. Sie können aber auch Freunde fragen. Die Aufgabe ist die dieselbe. Welchen Weg Sie wählen hängt von Ihren Stärken ab. Das bedeutet, dass auch ein Unternehmertraining die jeweiligen Stärken und Kompetenzen zur Erfüllung der Aufgaben berücksichtigen muss. Dennoch ergeben sich aus den sechs Aufgaben des Unternehmers einige Grundkompetenzen. Die sechs Aufgaben sind alle der zentralen Aufgabe des Unternehmers untergeordnet. Ein Schuster produziert Schuhe, ein Schriftsteller produziert Schriftstücke, ein Unternehmer produziert Unternehmen. Dazu benötigt er erstens die Fähigkeit zur langfristigen Zielorientierung und strategische Kompetenz. Sein Kunde, also sein Nachfolger, steht ja nicht fordernd vor der Türe, wie dies bei Fachkräften der Fall ist. Deshalb muss er diese langfristige Ausrichtung seines Handelns an seinem Ziel selbst steuern können. Dann wird es immer vielfältige Schwierigkeiten, Herausforderungen und Durststrecken geben. Dazu benötigt er zweitens eine positive mentale Einstellung, Disziplin und Durchhaltevermögen. Schließlich geht es um Ergebnisse. Dazu benötigt ein Unternehmer drittens Umsetzungsstärke. Das bedeutet aber (mit Ausnahme der 1-Personen-Selbständigen) nicht, dass der Unternehmer selbst umsetzt. Umsetzungsstärke in dem hier betrachteten Sinne ist die Fähigkeit, andere zur Umsetzung zu veranlassen. Das bedeutet zu 20 Prozent Planung und zu 80 Prozent Kommunikation. Viertens muss der Unternehmer fähig sein, sich permanent selbst gezielt weiter zu bilden. Das heißt, wie schon Aldous Huxley so schön formuliert hat: Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln. Weiterbilden heißt, permanent seine eigene Handlungskompetenz zu vergrößern und fortwährend auch anders zu handeln. Fünftens ist der Unternehmer in der Situation, dass er nicht wie die meisten anderen Beschäftigten kontrolliert wird. Das ist faszinierend, setzt aber die Fähigkeit zur Selbstorganisation voraus. (Diese fünf grundlegenden Kompetenzen erscheinen sich nach meiner Einschätzung zwingend aus den 6 Aufgaben des Unternehmers zu ergeben. Über Anregungen zu weiteren grundlegenden Kompetenzen würde ich mich freuen.) Nun würde die ausführliche Darstellung des Trainings dieser fünf Kompetenzen den Rahmen dieses Beitrags bei Weitem sprengen. Deshalb nur zu einem Bereich ein paar Ideen. Wie trainiert man die richtige mentale Einstellung? Die üblichen Ansätze sind Beschäftigung mit positiven Gedanken, mit Biographien erfolgreicher Menschen, Visualisierungsübungen oder Arbeit an seinen Glaubenssätzen. Der Weg bei diesen Ansätzen ist ein "rationaler" Weg. Bei der richtigen mentalen Einstellung handelt es sich jedoch um Emotionen. Natürlich kann man mit Gedanken seine Emotionen beeinflussen. Ich glaube, dieser Weg ist auch wichtig, isoliert betrachtet aber eher suboptimal. Der direktere Weg basiert auf Forschungen, die bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts durchgeführt wurden. Das Prinzip ist einfach: Wenn es uns gut geht, lächeln wir. Und es gilt aber auch das Umgekehrte: Wenn wir einige Zeit lächeln, dann geht es uns besser. Positive Gedanken entstehen dann automatisch. Sie haben also den Weg über den Körper, um effektives Mentaltraining zu betreiben. Hier gibt es mindestens drei mögliche Ansatzpunkte. Erstens die Ernährung. Es ist ein offenes Geheimnis, dass eine gute und richtige Ernährung die Stimmung und den Energie-Level anhebt. Die entsprechende positive mentale Einstellung und ein größeres Durchhaltevermögen ist die logische Folge. Zweitens Sport. Abgesehen von den Glückshormonen, die für eine positivere Einstellung sorgen, kommen Sie beim Training auch immer an Grenzen. Sehr häufig sogar. Und immer, wenn Sie den inneren Schweinehund überwinden, z.B. weil Sie noch ein Gewicht heben, stärken Sie auch Ihr generelles Durchhaltevermögen. Dies halte ich für so wichtig, dass ich nach 10 Jahren rückblickend sagen kann: Ohne mein damaliges, intensives Ausdauertraining hätte ich nicht das Stehvermögen gehabt, meine erste Firma hoch zu bekommen. Drittens Schauspiel. Nach Forschungen von Jim Loehr, einem führenden amerikanischen Sportpsychologen sind die besten Sportler zugleich auch die besten Schauspieler. Der Grund ist ganz simpel: Wenn Sie es schaffen, noch zu lächeln, wo es nichts mehr zu lächeln gibt, dann können Sie noch mal Energie-Reserven mobilisieren. Erinnern Sie sich an Lance Armstrong? Wie er anscheinend völlig locker die Alpen und Pyrenäen hochgefahren ist und seine Konkurrenz abhängte? Selbst wenn er gedopt gewesen sein sollte – seine Mitfahrer waren es auch und sie waren trotzdem langsamer. Einen wesentlichen Unterschied machte hingegen, dass Lance Armstrong als einziger gezielt Schauspielunterricht genommen hatte. Dass er damit die Konkurrenz, die hinterher hechelte, demoralisierte, war das Eine. Das Interessantere war, dass er damit seine eigene mentale Einstellung verbesserte. Viertens ein positives und diszipliniertes Umfeld. Waren die ersten drei Punkte körperlicher Natur, so ist dies ein sozialer Ansatz. Verhalten färbt immer ab. Ob bewusst oder unbewusst. Damit färben auch Emotionen und Gedankenstrukturen ab. Schaffen Sie sich einen erfolgreichen Freundeskreis, um die richtige mentale Einstellung zu gewinnen. Das sind vielleicht nicht unbedingt die Dinge, die man als erstes erwartet, wenn man etwas von Unternehmertraining hört. Aber letztlich macht selten ein Mehr oder Weniger an Fachkenntnis den Unterschied. Es geht fast immer um Emotionen. Den Unterschied macht, wie schnell Sie sich von Problemen entmutigen lassen. Den Unterschied macht, ob Sie in einer kritischen Situation noch mal Ihre Energie zusammennehmen und andere mitreißen können. Oder ob Sie aufgeben. Zu den anderen Trainingsbereichen erfahren Sie mehr im Unternehmer-Seminar "Der Weg zu erfolgreichen Unternehmer". Eines noch: Was im Bereich des Sports gilt, gilt auch für jedes andere Training: Sobald man mehr als nur Amateur sein will, kommt man um einen professionellen Trainer, einen Unternehmercoach nicht herum.
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