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Unternehmercoach-Blog

Metamodelle der Führung – Folge 16: Die sieben Handlungsfelder (5)

Unternehmenskultur ist nicht einfach nur ein populäres Modewort. Nach dem wir uns hier im Blog in den ersten vier Handlungsfeldern der Führung mit der Teamzusammensetzung, der operativen Führung, den Prozessen und Systemen sowie der strategisch-visionären Führung auseinandergesetzt haben, blicken wir nun auf genau diesen kulturellen Aspekt von Führung. So leichtfertigt der Begriff auch oft verwendet wird, die kulturelle Führung ist ein wichtiges Handlungsfeld für jeden Unternehmer.

Unkultur vermeiden
Natürlich kann man sagen, dass eigentlich jedes Unternehmen eine bestimmte Kultur besitzt. Viele haben allerdings keine bewusste Kultur, sondern diese ist im Laufe der Zeit mal eben einfach so entstanden. Ganz oft passiert dies dadurch, dass man als Unternehmen das wiederholt, was in der Branche eh üblich ist. Dazu hängt die Kultur natürlich ganz eng mit dem Unternehmer zusammen, da schon der erste Mitarbeiter sich an diesem orientiert. Was ist dem Unternehmer wichtig, wie verhält er sich gegenüber Kunden – all das merkt der Mitarbeiter und saugt es, bewusst oder unbewusst, in sich auf. Wenn ich meine Mitarbeiter aber jetzt nicht sorgfältig auswähle, kann es genau hier zu einem Problem kommen. Ohne ein intelligentes Auswahlverfahren versammele ich automatisch eine eher heterogene Gruppe von Menschen um mich, von denen jeder auf dasselbe Ereignis jeweils ganz anderes reagieren wird. Die Unternehmenskultur wird dadurch zunehmend chaotisch, ich nenne das dann auch gerne immer eine “Unkultur“.

Unternehmenskultur durch MitarbeiterauswahlUm dem vorzugreifen muss ich mir natürlich erst einmal bewusstwerden, welche Art von Kultur ich in meinem Unternehmen überhaupt möchte. Mal ganz platt formuliert, eine innovative Spinnerkultur kann für ein kreatives Startup-Unternehmen sehr befruchtend sein, für die Piloten der Lufthansa wäre diese Kultur aber kaum zu empfehlen. Ich würde mich bei einem eher durchgeknallt wirkenden Piloten dann doch lieber nicht ins Flugzeug setzen wollen. Manchmal ist es eben doch gut, dass es Unternehmen gibt, die komplett durchbürokratisiert sind. Sämtliche Details sind hier geregelt, was aber wiederum auch bedeutet, dass man nicht mit sonderlich viel Kreativität rechnen kann. Es kann natürlich vereinzelte Ausnahmen geben. Es mag vielleicht keine gute Idee sein, dass ein Haufen kreativer Spinner ein Kernkraftwerk betreibt. Aber eventuell ist es gar nicht so falsch, zumindest einen davon zu haben, den man allerdings nur dann aktiviert, wenn auf unvorhersehbare Probleme mit kreativen Lösungsvorschlägen reagiert werden muss.

Kultur zeigt sich auch in kleinen Dingen
Prinzipiell sollte sich aber ein Unternehmen immer auf eine Art von Kultur ausrichten. Aber was gehört eigentlich genau zur Kultur? Hier stellt sich die allgemeine Frage: Wie verhalten wir uns insgesamt? Die spiegelt sich in ganz vielen kleinen Dingen wieder. Nehmen wir einmal ein Meeting. Wer bringt sich dort am meisten ein? Ist der Chef zu 90 Prozent am Reden? Oder redet er fast gar nicht und moderiert nur noch? Wer hat das Schlusswort – die Mitarbeiter als Team oder der Chef? Werden Entscheidungen vor allem hierarchisch getroffen? Oder entscheidet der Chef nur, wenn die Mitarbeiter sich nicht einigen konnten?

Das Thema Kultur findet sich aber auch noch in vielen anderen, fast unscheinbaren Dingen wieder. Nehmen wir nur einmal die Raumaufteilung in einer Firma. Bei Unternehmercoach gibt es einen Raum für das Marketing und mehrere kleine Räume für den Service. Es ist zwangsläufig so, dass sich hier ganz unterschiedliche Kulturen entwickeln werden. Hier drin lauern natürlich auch Gefahren. Bei meinem ersten Unternehmen sind wir irgendwann einmal auf zwei Stockwerke umgezogen. Da entstand ganz automatisch ein Gefühl von “die da oben“ und “die da unten“ bei den Mitarbeitern. Wenn ich beispielsweise als Chef zusammen mit meinen Managern das obere Stockwerk belege, und den Rest nach unten “verbanne“, wird dieses Gefühl sogar noch weiter verstärkt werden.

Raumaufteilung kann Unternehmenskultur beeinflussenEin sehr schönes Beispiel für den richtigen Umgang mit solchen Problemen ist die Computeranimationsfirma Pixar. Die hatten einmal einen großen Besprechungstisch, an dem etwa 30 Leute Platz nehmen konnten. Es war ein sehr langer Tisch und, wie nicht anders zu erwarten bei einer Kreativfirma, sehr designorientiert. Irgendwann fiel ihnen aber auf, welche Konsequenz die Form des Tisches hatte. Wirklich gut mitdiskutieren konnte man nämlich nur in der Mitte des Tisches und so saßen dort schon bald stets die wichtigen Leute, während der Rest an den Rand gedrängt wurde. Dieser Rest wiederum hatte, einmal an den Rand gedrängt, kaum noch die Chance sich richtig einzubringen. Die wichtigeren Leute wurden also noch wichtiger, die unwichtigeren noch unwichtiger. Das dies nicht für eine gute Unternehmenskultur sorgt, insbesondere in einem Kreativunternehmen, ist logisch. Die Jungs von Pixar taten dann auch das einzig richtige und entsorgten den Tisch.

Der Teufel steckt im Detail
Es sind also oft viele kleine Details, zu denen ich mir Gedanken machen muss, wenn ich mein Unternehmen vor einer “Unkultur“ bewahren möchte. Bei Pixar und Apple hat sich Steve Jobs persönlich um die Architektur der Bürogebäude gekümmert und diese so geplant, dass sich dort möglichst seine Vorstellung von “Unternehmenskultur“ entfalten könnte (mehr dazu im Buch “Die Kreativitäts-AG“ von Pixar-Gründer Ed Catmull). Das ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wieviel Einfluss ich als Unternehmer auf die Unternehmenskultur haben kann. Natürlich kann nicht jeder Unternehmer es sich leisten sein eigenes Bürogebäude zu bauen. Aber auch auf der Suche nach Mietobjekten kann ich ja darauf ein Auge haben, welche für die von mir gewünschte Kultur wohl am förderlichsten wären.

Die kulturelle Führung liegt also in den Händen des Unternehmers und er sollte diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen. Neben der eigenen Kultur müssen aber natürlich auch die eigenen Mitarbeiter entwickelt werden – darum kümmern wir uns beim nächsten Mal.

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