Wahre Freiheit

Gratis Coachingpaket sichern


Die Teilnahme am E-Mailcoaching sowie am Newsletter ist jederzeit abbestellbar
kostenloser Newsletter

Unternehmercoach-Blog

Metamodelle der Führung – Folge 6: Die fünf Führungsstile (1)

Es war der Mangel an einem übergreifenden Ganzen in der bisherigen Führungs-Literatur, der mich dazu gebracht hat meine drei Metamodelle der Führung zu entwickeln: den Zweck der Führung, die fünf Führungsstile und die sieben Handlungsfelder. In den letzten beiden Wochen habe ich mich hier auf der Seite intensiv mit dem Zweck der Führung auseinandergesetzt, nun ist es Zeit mein zweites Metamodell genauer unter die Lupe zu nehmen: die fünf Führungsstile.

Beim Zweck der Führung haben wir uns ja immer wieder die Führungsstrukturen der ersten Primaten angeschaut, um gezielt herauszuarbeiten, wie wir durch die drei Kriterien Energie, Beitrag und Zukunft heutzutage unsere Führung qualitativ messen können. Aber Führung hat ja nach den Primaten nicht aufgehört zu existieren. Stattdessen hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt und dem sich stetig ändernden Umfeld angepasst. Wie ich bereits erwähnt hatte, reichte die ursprüngliche Art der Führung bei den Primaten bis zu einer Gruppengröße von 150 Menschen. Sobald ich diese überschreite brauche ich eine etwas komplexere Führungsstruktur mit bestimmten Führungsfunktionen und Führungsrollen.

Hier sind im Laufe der Geschichte immer wieder neue Elemente hinzugekommen, wie die Einführung von Gesetzen, des Polizeiapparats oder auch der Folter. Die Entwicklung von Ämtern, wie zum Beispiel dem des Richters, die unabhängig von konkreten Personen waren, zähle ich hier ebenfalls dazu. All diese neuen Elemente beschreibe ich gerne als Führungstechnologien, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter vermehrten, aufeinander aufbauten oder einander ablösten. So sind dann letztendlich für mich fünf übergeordnete Arten von Führungsstilen entstanden, die auch heute noch ihre Relevanz haben. Um Führung im Unternehmen richtig verstehen und anwenden zu können, ist es unabdingbar diese fünf Führungsstile zu kennen: "Führung durch Zwang", "Führen mit Prozessen und Aufgaben", "Führen mit Zielen", "Führen mit flexiblen Zielen" (beziehungsweise Selbstorganisation) und “Emotionale Führung mit Sinn“.

Alle fünf werde ich in den nächsten drei Wochen erst einmal einzeln vorstellen und dabei aufzeigen, wie und warum diese sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Anschließend werde ich dann ausführlich auf ihre heutige Bedeutung und Rolle für Unternehmer und Führungskräfte eingehen.

 Die 5 FührungsstileLos geht es mit dem ersten Führungsstil: "Führung durch Zwang". Lange Zeit hatten die Menschen ja als Sammler und Jäger ihr Dasein gefristet. Einfache Führungsstrukturen waren bei diesen überschaubaren Gruppengrößen vollkommen ausreichend. Doch als die Menschheit begann sesshaft zu werden, änderten sich die gesellschaftlichen Strukturen und damit stieg auch der Anspruch an die Führung. Wir blicken dafür einmal stellvertretend auf den alten Orient und Ägypten. Ob nun die Pyramiden oder die Bewässerungskanäle im Zweistromland – diese großen Projekte wären mit nur 150 Leuten nicht mehr umsetzbar gewesen. Da brauche ich deutlich mehr Menschen, also musste Personal “rekrutiert“ werden und das lief dann folgendermaßen ab: Eine Armee zog los, überfiel den Nachbarn und sicherte sich dadurch neue “Mitarbeiter“ in Form von Sklaven.

Hier kommt jetzt der erste von fünf Führungsstilen ins Spiel: die Führung durch Zwang. Damit Sklaven arbeiten brauche ich jemanden der befiehlt. Einer der die Anweisung gibt, dass eben jetzt Steine geschleppt oder Kanäle gegraben werden. Und wenn sich ein Sklave weigert, dann wird die Peitsche herausgeholt – was noch eine der harmloseren Maßnahmen war. Umgekehrt bekamen die Sklaven etwas zu essen von ihrem Besitzer, ein toter Sklave wäre schließlich nutzlos gewesen. So entstand die erste und primitivste Art der Führung, die alleine auf Zwang beruhte. Diese Führung erfordert nicht gerade große Kompetenzen auf beiden Seiten. Platt gesagt musste der Führende nur zum richtigen Zeitpunkt die Peitsche oder das Essen auspacken, während der Geführte einfach nur blind Befehlen folgte – egal wie sinnlos ihm diese erschienen.
 
So primitiv dieser Führungsstil auch daherkommt, historisch betrachtet war diese Art zu Führen ein Fortschritt. Zumindest wenn man es mit der Situation davor betrachtet, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Jetzt waren auf einmal riesige Armeen und große Projekte möglich. Ganze Städte, eindrucksvolle Bauwerke und vieles mehr konnte entstehen. Das Wachstum der Gesellschaft hing also von dieser neuen Art zu führen ab. Erst dadurch konnte die Zivilisation voranschreiten und zum Beispiel das wichtige Prinzip der Arbeitsteilung entwickeln – also, dass eine bestimmte Gruppe, wie zum Beispiel die der Handwerker, sich nur um ein spezifisches Aufgabengebiet kümmerte. Es entstand auf einmal eine viel größere Arbeitsqualität - ohne die Führung durch Zwang wäre dies nicht möglich gewesen. Klar ist aber auch eine andere Sache – Führung durch Zwang ist für den Geführten alles andere als lustig und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste Widerstand formieren würde. Und das bringt uns dann auch schon zum zweiten Führungsstil, dem wir uns beim nächsten Mal widmen werden.

-> Du möchtest noch mehr über Führung erfahren? Werfe doch einfach mal ein Blick auf mein Buch "Dein Wille geschehe - Führung für Unternehmer" oder besuche mein Seminar "Führung für Unternehmer".

Neuen Kommentar schreiben