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Unternehmercoach-Blog

Warum die Inflation kein vorübergehendes Phänomen ist und was das für uns Unternehmer bedeutet

COVID-19 08.02.22 0 Kommentar(e) Kommentar verfassen
Autor: Stefan Merath
Stefan Merath

Seit mittlerweile einem Jahr erzählen uns die EZB und die Politik, dass die Inflation ein vorübergehendes Phänomen sei. Da sie sich dem Problem der hochverschuldeten Euro-Südländer nicht stellen wollen, die bei höheren Zinsen in die Zahlungsunfähigkeit rutschen würden, müssen sie das auch. Zwar lösen sich durchaus manche Probleme im Lauf der Zeit von alleine auf, wenn man sie nur lang genug aussitzt. Dieses Problem gehört aber nicht dazu. Seit der Griechenland-Krise vor 10 Jahren (und der dummen Reaktion der Politik) hat es sich im Hintergrund immer weiter aufgebauscht…

Die Lieferketten sind nach wie vor gestört und die Rohstoff- und Transportpreise sind nach wie vor hoch. Sind Dinge knapp, gehen die Preise nach oben. Dass sich die Lieferketten in den nächsten 3-6 Monaten normalisieren, ist nicht zu erwarten – bis mindestens in den Herbst wird China extrem rigide auf jeden Corona-Ausbruch reagieren und die Zahl der Ausbrüche wird bei Omikron und nachfolgenden Varianten eher zunehmen.

Aktuell haben viele Menschen mehr Geld in der Tasche, da bei Urlauben, Events, Restaurants & Co gespart wurde. Sie sind dementsprechend bereit, mehr auszugeben. Und trotz staatlicher Unterstützung haben viele Unternehmen Verluste gemacht und werden diese jetzt über höhere Preise – soweit sie eine gewisse Preissetzungsmacht am Markt haben - hereinholen.

Darüber hinaus werden auch die Löhne aus 2 Gründen deutlich steigen. Am unteren Ende steigt der Mindestlohn um fast 25% auf 12 Euro. Deshalb werden diejenigen, die bislang schon 12 Euro verdient haben, 14 Euro oder mehr verlangen, um den Abstand zu wahren. D.h. am unteren Ende steigen die Löhne viel breiter als nur in der Mindestlohn-Gruppe. Und am oberen Ende sind wirklich qualifizierte Leute so knapp (und werden durch die demographische Entwicklung noch viel knapper), dass die Gehälter ebenfalls deutlich steigen werden.

Was heißt das für uns Unternehmer?

Mit anderen Worten: es gibt aktuell keinen(!) Grund, warum die Inflation nicht weiter steigen sollte. Auch auf 10 oder 20 Prozent. Eine Hyperinflation oder einen Crash sehe ich derzeit aber nicht. Was heißt das für uns als Unternehmer?
 
  1. Finanzielle Reichweite

    Ich empfehle immer eine finanzielle Reichweite von 6 Monaten. Bei der aktuellen Inflation werden die Rücklagen jedes Jahr weniger wert. Ich muss mir also Gedanken über die Anlage der Rücklagen machen. Aktien als Sachwerte steigen zwar am langen Ende in einer Inflation, werden aber am Anfang auch in Mitleidenschaft gezogen. Zudem dient die finanzielle Reichweite nicht der Spekulation, sondern der Sicherheit. Insofern lege ich persönlich einen kleineren Teil in einen sinkenden Bund-Future an – steigen die Zinsen, steigt auch dieser Wert. Allerdings nur so viel, um den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen. Geht die Inflation zurück, würde ich damit einen gewissen Verlust machen.
     
  2. Strategie und Positionierung

    Strategie und Positionierung werden noch wichtiger als bislang. Ganz einfach, weil eine gute Positionierung mich in die Lage versetzt, die Preise zu erhöhen, um eben die steigenden Gehälter, Rohstoff- und Lieferkosten zu bezahlen. Wer nicht in der Lage ist, seine Preise zu erhöhen, wird die nächsten 2-3 Jahre viel über steigende Löhne und Rohstoffkosten jammern und dann zermahlen werden. Wie eine funktionierende Strategie erarbeitet werden kann, lernen meine Kunden z.B. auch im Neurostrategie-Seminar.
     
  3. Preisanpassungen

    Verträge sollten bei hoher Rohstoff-Intensität eine Komponente beinhalten, die flexible Preisanpassungen ermöglicht.
     
  4. Mitarbeiterbindung

    Bindung der Mitarbeiter durch eine super Unternehmenskultur wird noch wichtiger werden. Im Seminar "Führung für Unternehmer"  erarbeiten die Teilnehmer ein Führungssystem, das dabei hilft, Mitarbeiter auf diese Reise mitzunehmen.
     
  5. KI und Robotik

    Eine Unterbrechung dieses Kreislaufs wird nur durch einen dramatisch höheren Einsatz von KI und Robotik möglich sein – gut ausgebildete Menschen sind nicht so schnell zu bekommen. D.h. wer in diesem Bereich tätig ist, wird gutes Business machen. Wer beim Einsatz von KI und Robotik in seiner Branche Vorreiter sein wird, ebenfalls.
     
  6. Freier Blick in die Zukunft

    Unternehmer, die in der Lage sind, 5 oder 10 Jahre in die Zukunft zu schauen und Entwicklungslinien zu erkennen, werden einen klaren Vorteil haben. Wie ein freier Blick in die Zukunft geschaffen werden kann, ist Teil des zweijährigen Unternehmertrainings.
     
Was ich damit sagen will: Bitte nicht mehr auf Corona und sonstige kurzfristige Ereignisse schauen – die großen Linien sind viel wichtiger. Und wer darauf vorbereitet ist, muss nicht drüber jammern. 

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