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Allgemein Führung/Mitarbeiter Neu Persönlichkeit

Was Unternehmertum wirklich bedeutet – im Gespräch mit Nils Grammerstorf

Manchmal führt das Leben seltsame Wege. Du startest im Vertrieb, hast keine Ahnung, wohin dein Berufsleben eigentlich gehen soll – und findest dich ein paar Jahre später als Unternehmer mit siebenköpfigem Remote-Team wieder. So war’s bei Nils Grammerstorf.
Und ehrlich? Seine Geschichte steht exemplarisch für viele Unternehmer da draußen.

Genau deshalb wollte ich mit ihm sprechen.

Denn zu oft wird Unternehmertum glorifiziert. Als ob das alles der große Traum sei: Freiheit, Selbstbestimmung, jeden Tag in der Sonne arbeiten.
Aber wie sieht die Realität wirklich aus?

„Ich dachte, ich bin schon Unternehmer – war ich aber nicht.“

Nils schilderte in unserem Gespräch, wie er dachte, schon vor seiner Selbstständigkeit unternehmerisch zu handeln. Er fühlte sich verantwortlich. Er machte sich Sorgen um die Umsatzziele. Er schlief schlecht, wenn die Zahlen nicht stimmten.
Kurz: Er war mit vollem Einsatz dabei.

Doch dann kam die Gründung. Und es traf ihn mit voller Wucht.
Denn: Unternehmer sein bedeutet nicht, viel Verantwortung zu übernehmen. Unternehmer sein bedeutet, die volle Verantwortung zu tragen.

Und die fühlt sich ganz anders an.

  • Wenn du die Gehälter überweist – und nicht weißt, wie lange du das noch kannst.
  • Wenn du keine Ausreden mehr hast – außer deinem eigenen Spiegelbild.
  • Wenn du nachts wachliegst – nicht weil du Mitleid hast, sondern weil du wirklich in der Verantwortung stehst.

Viele Unternehmer kennen genau das. Ich auch.

Der Weg der Angst

Ich habe das im Gespräch dann etwas zugespitzt formuliert:
Der Weg des Unternehmers ist der Weg der Angst.

Und zwar nicht einmal, sondern immer wieder.

  • Habe ich genug Kunden?
  • Bin ich gut genug?
  • Klappt der nächste große Deal?
  • Finde ich die richtigen Mitarbeiter?
  • Halten wir die Liquidität?


Und jedes Mal, wenn du glaubst, du hättest’s jetzt drauf – kommt die nächste Stufe. Neue Unsicherheit. Neue Herausforderungen. Neue Ängste.

Wer diesen Weg nicht gehen will, sollte Unternehmer sein lieber bleiben lassen.

Wer aber bereit ist, ihn zu gehen – der wächst über sich hinaus.
Genau das hat Nils getan. Und es war kein Spaziergang.

Durchhalten, auch wenn’s kracht

Die ersten zwei, drei Jahre waren für ihn „die Hölle“.
Und ich kann das unterschreiben – nicht nur bei mir, sondern bei Hunderten von Unternehmern, mit denen ich gearbeitet habe.
Aber dieser Weg ist wichtig. Denn er trainiert dich. Nicht körperlich. Sondern psychisch.

👉 Wenn du es schaffst, die frühen Krisen zu überleben – baust du ein inneres Fundament auf, das dir später keiner mehr nehmen kann.

Deshalb sage ich: Die harte Phase ist kein Unfall. Sie ist das Trainingslager.

Natürlich gibt’s auch Unternehmer, bei denen läuft es von Anfang an glatt. Die haben ein gutes Produkt, treffen den Nerv der Zeit und fahren direkt sechsstellig Umsatz im Monat.
Aber wenn du nie gelernt hast, mit Angst, Druck und Unsicherheit umzugehen, wirst du später umso härter auf dem Boden aufschlagen. Denn die Herausforderungen wachsen mit. Und irgendwann reicht’s nicht mehr, charmant zu lächeln. Dann brauchst du echte Substanz.

Unternehmersein bedeutet: Bauen. Führen. Loslassen.

Was ich bei Nils bemerkenswert finde, ist seine Offenheit, sich auf Themen einzulassen, in denen er nicht perfekt ist.
Zum Beispiel Führung – und das Ganze auch noch remote. Sieben Leute, verteilt über Europa, Thailand und Mykonos.

Was funktioniert?
Sein Learning: Nicht jeder passt in ein Remote-Team.
Die wichtigste Führungsentscheidung ist deshalb nicht, wie du führst – sondern wen du überhaupt ins Team holst.

„Ich brauche niemanden, dem ich hinterherrenne. Ich brauche Leute, die Bock auf ihren Job haben.“

Und da sind wir wieder beim Thema Verantwortung.

Gute Leute arbeiten auch ohne, dass du sie kontrollierst.
Schlechte Leute arbeiten selbst mit Kontrolle nicht besser.
Führung beginnt mit Auswahl. Nicht mit Maßnahmen.

Was für Remote gilt, gilt auch fürs Büro. Der Unterschied ist nur: In der einen Welt kannst du Kontrolle simulieren – in der anderen nicht. Remote deckt Führungsschwächen brutal auf. Es zwingt dich zur Klarheit.

Unternehmer = Problemlöser mit Langzeitfrusttoleranz

Nils hat im Interview auch einen spannenden Satz gesagt:

„Viele Alltagsprobleme wirken heute lächerlich klein – weil ich durch das Unternehmertum viel größere Herausforderungen stemmen musste.“

Und genau da liegt die Chance. Unternehmer zu sein, ist eine Lebensschule. Keine Uni bringt dir das bei. Keine Fortbildung. Kein Buch – auch nicht eines von mir. 😄

Du musst durch den Schmerz durch. Und du wirst wachsen.
Aber nicht, wenn du alles selbst machen willst.

LinkedIn? Ja. Aber richtig.

Ein letzter Aspekt, den ich im Gespräch mitgenommen habe: LinkedIn.
Nils ist mit seiner Agentur darauf spezialisiert, Unternehmen dort sichtbar zu machen – ohne sich zu verbiegen.

Was mir gefallen hat:

  • Erfolg auf LinkedIn ist kein Algorithmus-Trick, sondern das Ergebnis klarer Positionierung.
  • Wer keine Meinung hat, braucht sich über fehlende Sichtbarkeit nicht zu wundern.
  • Und wer nur Likes will, aber keine Kunden gewinnt – der hat das Spiel nicht verstanden.

Ich habe selbst erlebt, wie durch gute Positionierung plötzlich Anfragen reinkamen, ohne dass ich Kaltakquise machen musste.
Nicht, weil ich Tricks angewendet habe. Sondern, weil die Grundlagen stimmten:

  • Echte Meinung.
  • Klare Positionierung.
  • Sichtbarkeit mit Substanz.

Und ja: Natürlich hilft es, wenn man Bücher geschrieben hat. 😉 Aber der Punkt ist: Auch ohne Buch kann man sich differenzieren – wenn man wirklich was zu sagen hat.

Fazit: Unternehmertum ist kein Titel, sondern ein Weg

Wenn du Unternehmer genannt werden willst, reicht ein Handelsregistereintrag.
Wenn du Unternehmer sein willst, brauchst du was anderes: Haltung.

  • Die Haltung, Verantwortung zu übernehmen – auch wenn du nicht weißt, ob es gut ausgeht.
  • Die Haltung, zu lernen, auch wenn du denkst, du weißt schon viel.
  • Die Haltung, den Preis zu zahlen – aber nicht zu jammern.

Und dafür bekommst du etwas, das unbezahlbar ist:
Wachstum. Freiheit. Und das Gefühl, wirklich etwas zu bauen.

PS: Wenn du diesen Weg nicht alleine gehen willst…
…dann ist das Unternehmertraining genau dafür da:
Um dich mental, strategisch und persönlich aufs nächste Level zu bringen.
Egal, ob du gerade gestartet bist oder seit Jahren kämpfst:
👉 Hier findest du alle Infos zum Unternehmertraining.

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