Welcher Unternehmertyp bist du? Welcher Unternehmer-Typ bist du? – und was das für deine nächsten Schritte bedeutet
Du kennst das vermutlich: Montagmorgen, dein Schreibtisch ist voll, die Aufgabenlisteliste länger als letzte Woche, und trotzdem ist da dieses leise Gefühl: irgendwas läuft nicht rund. Nicht akut kaputt, aber auch nicht richtig.
Die meisten Unternehmer, mit denen ich arbeite, kennen diese innere Spannung sehr gut. Und die meisten reagieren gleich darauf: noch mehr arbeiten. Noch ein Tool. Noch ein Buch zu Führung und Zeitmanagement, noch eine Methode, ohne zu wissen, wo der eigentliche Engpass sitzt.
Aber das Problem liegt selten dort, wo du zuerst suchst.
Es liegt darin, dass du nicht weißt, welche Art Unternehmer du eigentlich bist und welcher Mechanismus bei dir gerade die Bremse zieht.
Warum Selbsterkenntnis der erste Hebel ist
Jeder Unternehmer hat einen Grundantrieb. Etwas, das ihn überhaupt erst in die Selbstständigkeit getrieben hat und das ihn jeden Morgen wieder aufstehen lässt. Bei dem einen ist es der Drang, etwas Großes zu bauen, bei der anderen der Wunsch, nicht mehr fremdbestimmt zu sein und beim Dritten die Verantwortung für ein Team, die niemand sonst übernimmt.
Dieser Grundantrieb ist deine Stärke. Er ist der Grund, warum du stehst, wo du stehst.
Und er ist gleichzeitig dein blinder Fleck.
Denn jeder Antrieb hat seinen Schatten. Die Visionärin verzettelt sich. Der Freiheitsliebende fremdelt mit Verantwortung. Der Verantwortungsträger wird zum Engpass seines eigenen Unternehmens. Nicht weil er Fehler macht, sondern weil er genau das tut, was ihn stark macht.
Das ist der Grund, warum so viele Unternehmerinnen und Unternehmer Jahre damit verbringen, an Symptomen herumzuschrauben. Sie optimieren Prozesse. Sie engagieren Coaches. Sie lesen Bücher. Und trotzdem kehrt derselbe Engpass zurück, nur in neuem Gewand.
Solange du nicht weißt, welcher Mechanismus bei dir gerade greift, optimierst du im Nebel.
Die fünf Grundtypen
In meiner Arbeit als Unternehmercoach sehe ich immer wieder fünf Grundtypen. Keiner ist besser oder schlechter. Jeder hat eine Stärke, die ihn prägt und gleichzeitig liegt genau in dieser Stärke sein typischer Engpass.
Der Visionär
Er sieht Möglichkeiten, wo andere den Status quo sehen. Er denkt in Zehn-Jahres-Bögen, in Märkten, in „was wäre wenn“.
Sein Engpass: zu viele Baustellen gleichzeitig. Die brillante Idee von gestern liegt halbfertig neben der nächsten von heute.
Der Freiheitsliebende
Er ist Unternehmer geworden, um nicht mehr fremdbestimmt zu sein. Selbst entscheiden, eigener Weg, keine Chefs über sich.
Sein Engpass: Sobald Verantwortung für andere entsteht – Mitarbeiter, Strukturen, feste Prozesse – fühlt sich das plötzlich an wie der Angestelltenkäfig von früher, nur in eigener Regie.
Der Verantwortungsträger
Alles lastet auf seiner Schulter. Das Team, die Firma, die Kunden, die Familie. Auf ihn ist Verlass.
Sein Engpass: Alles läuft über seinen Schreibtisch. Ohne ihn steht’s. Er ist der Engpass, den er selbst nicht loslassen kann, auch wenn er es sich vornimmt.
Der Menschenorientierte
Ihm geht es um das Wie, nicht nur um das Was. Um Beziehungen, Kultur, Sinn, das Gefühl, gemeinsam etwas zu schaffen.
Sein Engpass: Harte Entscheidungen fallen schwer: Trennungen, unbequeme Wahrheiten, Druck. Harmonie frisst Klarheit und sein Team spürt das.
Der Wachstumsbereite
Er will vorwärts. Größer werden, skalieren, den nächsten Schritt gehen – und er ist bereit, den Preis dafür zu zahlen.
Sein Engpass: Wachstum wird irgendwann zum Selbstzweck. Die Firma wächst schneller als das Leben, das sie tragen soll, und irgendwann passt beides nicht mehr zueinander.
Vielleicht hast du dich gerade in einem wiedererkannt. Vielleicht in zweien. Vielleicht wechselt es sogar – je nachdem, welchen Hebel du gerade in der Hand hast.
Das ist normal. Jeder Unternehmer und jede Unternehmerin hat von jedem Typ etwas. Die entscheidende Frage ist nicht „welcher Typ bin ich?“, sondern: Welcher Typ trifft gerade die meisten meiner Entscheidungen? Denn das ist der, der gerade deinen Engpass baut.
Was dir der Test zeigt
Der Selbsttest ist nicht dafür gebaut, dich in eine Schublade zu stecken. Er ist dafür gebaut, dir zu zeigen, welcher der fünf Typen gerade deine Entscheidungen prägt. Und damit, wo dein Engpass gerade wirklich sitzt.
In rund sieben Minuten beantwortest du Fragen zu sieben Dimensionen: zu deiner Vision, zu deinem Umgang mit den operativen Aufgaben, zu deiner Strategie, zu deinem Verhältnis zu Finanzen, zu deinen aktuellen Engpässen, zu deinem Umfeld und zu deinem Selbstbild als Unternehmer. Keine standardisierten Multiple-Choice-Fragen, an denen du lange grübelst, sondern kurze, konkrete Lagen, in denen du entscheidest.
Am Ende bekommst du deinen dominanten Typ, seine typische Stärke, seinen typischen blinden Fleck und einen ersten Hinweis, wo du mit deiner Entwicklung ansetzen solltest.
Wenn du wissen willst, welcher Typ gerade die meisten deiner Entscheidungen trifft, mach den Test. Sieben Minuten – mehr braucht es nicht.

Und dann?
Das Ergebnis ist kein Urteil. Es ist eine Diagnose.
Und damit deine Möglichkeit, aufzuhören, an Symptomen zu schrauben – und direkt an der Ursache anzusetzen.
Erst dann bewegt sich etwas.
Mich interessiert deine Perspektive.
Welcher Typ steckt gerade hinter den meisten deiner Entscheidungen?
Schreib es in die Kommentare und ich lese mit.




Stefan Merath 






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