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Unternehmercoach-Blog

Zieleparadox: Das Gegenteil dessen, was ich ersehne, suchen und annehmen

Vielleicht eine der frustrierendsten Erkenntnisse als Unternehmer ist die Folgende: Ich wünsche mir etwas und verfolge es und erreiche in fast den meisten Fällen das Gegenteil des Erwünschten. Ich nenne das das Zieleparadox. Ein paar Beispiele:

  • Manche Unternehmer wünschen sich Harmonie mit den Mitarbeitern. Sie sind offen, hilfsbereit und lassen viele Verhaltensweisen zu, um dem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Das Ergebnis: Konflikte nehmen immer mehr zu und werden nicht aktiv gelöst. Am Ende: Völlige Disharmonie.
  • Unternehmer wollen selbstbestimmt leben. Deswegen gründen sie ja eine Firma. Diese wächst und wird erfolgreich. Immer mehr Menschen wollen etwas von ihnen und plötzlich finden sie sich in einer Situation wieder, in der sie nur noch auf die Bedürfnisse anderer reagieren und der Sklave ihres eigenen Unternehmens geworden sind.
  • Menschen wollen reich werden. Sie achten nur noch auf den eigenen Wohlstand. Und damit stecken sie die Menschen in ihrem Umfeld (Kunden, Mitarbeiter etc.) an und die achten umgekehrt nur noch auf ihren Vorteil. Ergebnis: am Ende sind die Menschen arm. Entweder an Geld oder an Beziehungen.
  • Jugendliche wollen frei sein und weisen deshalb alle Regeln von sich. Sie gehen auf alle Partys und nehmen sämtliche Substanzen zu sich, die gerade da sind. Am Ende sind sie nicht frei, sondern abhängig.
  • Oder aktuell gerade: Wir wollten doch alle Frieden in Europa, haben abgerüstet und sind Putin in seinen Wünschen (Abchasien, Ossetien, Krim, Nord Stream…) entgegengekommen. Und nun haben wir Krieg in der Ukraine.
  • Oder noch aus einem anderen Lebensbereich: Ich will die/den beste/n Partner/in für mich. Deshalb freue ich mich über eine riesige Auswahl in großen Städten oder auf Dating-Portalen. Am Ende ist die Zahl der Singles dramatisch höher als vorher.

Wie kommt das?

Nun, spirituell betrachtet, ist alles immer ganz und gehört zusammen. Zu Liebe gehört Krieg, zu Frau gehört Mann, zu Freiheit gehört Disziplin, zu Selbstbestimmung gehört dienen. Schließe ich eine Seite aus, will sie nicht wahrhaben oder lehne ich sie ab, wird sie sich in irgendeiner Form Geltung verschaffen. Wahrhaft spirituelle Menschen sind deshalb nicht nur bereit, den Gegenpol notgedrungen anzunehmen, sondern suchen ihn geradezu.

Einer der erfolgreichsten Menschen der jüngeren Geschichte war sicher Steve Jobs. Er ging mit der Haltung „willing to fail“ in jeden Tag. Also nicht Fehlschläge annehmen, was ich sicher tun muss, wenn ich erfolgreich sein will, sondern Fehlschläge jeden Tag aktiv suchen! Wirklich selbstbestimmte Menschen, also solche, die ihrem Selbst eine Bestimmung gegeben haben wie Martin Luther King oder Gandhi, taten dies, indem sie der Menschheit dienten.

Unternehmer mit herausragenden Unternehmenskulturen mit hoher Harmonie setzen klare Grenzen und suchen(!) jeden Tag nach Konflikten (Kill das Monster, solange es klein ist). Die Shaolin-Mönche erlangen ihren inneren Frieden durch Kampf. Und sie erlangen ihre Freiheit durch Disziplin.

Und ich könnte das noch beliebig fortsetzen. Aber noch ein Beispiel, das gerade ganz aktuell war. Auf einen meiner Ukraine-Beiträge hier im Blog erhielt ich den Hinweis auf Sun Tsu: „Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft“ und dass Kampf und Krieg deshalb immer schlecht seien. Nun, das ist ein kolossales Missverständnis und man sollte einen Autor schon gelesen haben, bevor man ihn zitiert. Sun Tsu war ein General und Stratege ca. 500 v.Chr. und in seinem Buch geht es um den Sieg(!) in einer Auseinandersetzung zwischen Staaten. Die beste Lösung für ihn ist, den anderen Staat nicht zu zerstören, sondern ihn durch List und Tücke einzunehmen, weil man dadurch die eigene Armee schont. Und wenn das nicht gelingt, ist Gewalt eben die zweitbeste Lösung. Er sagt: „Die Kunst des Krieges ist für den Staat von entscheidender Bedeutung. Sie ist eine Angelegenheit von Leben und Tod, eine Straße, die zur Sicherheit oder in den Untergang führt. Deshalb darf sie unter keinen Umständen vernachlässigt werden.“ Wer also Sicherheit und Frieden will, muss die Kunst des Krieges können (nicht kennen!) – die Alternative ist der Untergang.

Das sind Gedanken, die wir seit zig Jahren nicht mehr gedacht haben. Oder sogar Gedanken, die wir im Westen noch nie richtig denken konnten. Da gab es meist nur schwarz oder weiß.
 

Die Lösung sieht aber so aus

  • Suchst du Liebe, dann such täglich die Teile in dir, die du nicht magst und nimm sie an.
  • Suchst du Sicherheit, dann begib dich täglich in Situationen, in denen du dich unsicher fühlst.
  • Suchst du Selbstbestimmung, dann diene einer Idee, die größer ist als du.
  • Suchst du Frieden oder Harmonie, dann setze früh Grenzen und sei sofort bereit, den Preis zu bezahlen. (Manch einer mag jetzt sagen: „Das ist herzlos! Und was ist mit den Menschen in der Ukraine?“ Die Antwort: Das ist das Ergebnis unseres Fehlverhaltens. Wir haben keine Grenzen gesetzt und waren nicht bereit, den Preis zu bezahlen – und sind es, da wir immer noch Gas und Öl aus Russland beziehen, offensichtlich immer noch nicht. Jede Abweichung von diesem Gesetz vervielfacht das menschliche Leid und den Preis).
  • Suchst du Wohlstand, dann gib von Herzen.
  • Suchst du Weisheit, dann sei jeden Tag bereit, der Dumme zu sein.
Was suchst du? Und was bist du bereit, dafür anzunehmen?

Kommentare

Lieber Stefan - ja, so ist es. Ich finde es immer sehr spannend, wenn davon geredet wird, dass wir die Dinge, Prozesse, Menschen ganzheitlich betrachten sollten. Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass dies den meisten Menschen unmöglich sein dürfte - nehmen wir geschulte, geübte Mönche, Nonnen und in ähnlich trainierte Personen einmal aus. Ganzheitliche Betrachtung fängt damit an, die Kehrseite der Medaille zu sehen und zu akzeptieren, dass die nicht nur ein anderes Bild zeigt, sondern ebenfalls Teil des Deals ist, den wir machen, um sie zu erhalten. Gut geht nicht ohne Böse - Richtig nicht ohne Falsch - jede Eigenschaft hat viele Facetten. Und wie du so schön schreibst - die Rückseite kann nicht ausgeblendet werden, ohne die ganze Medaille zu verlieren. Verrückt eigentlich - aber gut, immer wieder daran erinnert zu werden und sicher eine unserer schwierigsten Aufgaben. Liebe Grüße Christine

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