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Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken.

Gigerenzer Gerd, Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken.
  • Kategorie(n): Zeitspar-Tipps
  • Autor: Gigerenzer Gerd
  • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
  • ISBN: 3833300418
  • Preis: EUR 12,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 10. September 2010

Schade eigentlich! Sein Buch Bauchentscheidungen ist absolut hervorragend. Und nachdem ich im Untertitel dieses Buches las 'Über den richtigen Umgang mit Risiken', war ich als Unternehmer natürlich super-neugierig. Leider kann man dieses Buch getrost in die Tonne klopfen. Naja, das ist vielleicht übertrieben. Aber man könnte einen fünfseitigen Aufsatz draus machen ohne allzu viel an Informationsgehalt zu verlieren.

Um was gehts? Um die schlichte Tatsache, dass man mit der Art und Weise, wie man Zahlen darstellt, unser Verständnis befördert oder auch nicht und damit unsere Handlungen beeinflusst. Ein Beispiel? OK, nach dem Buch sind Sie Mammographie-Experte ;-) Um Ihnen das zu ersparen, mach ichs kurz...

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau Anfang 40 Brustkrebs hat, beträgt etwa 1 Prozent. Wenn sie diesen hat, dann kann dies mit 90-prozentiger Sicherheit durch ein Mammogramm festgestellt werden. Wenn sie keinen hat, fällt der Test mit 9-prozentiger Wahrscheinlichkeit dennoch positiv aus. Nehmen Sie nun irgendeine Frau Anfang 40 von der Straße und machen ein Mammogramm. Dieses fällt positiv aus. Mit welcher Wahrscheinlichkeit hat sie Brustkrebs?

OK, alle, die in Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Schule nicht so gut waren, müssen jetzt wohl erst fünf Mal ums Eck denken, bis sie die Frage verstehen. Und wenn sie sie verstanden haben, geben sie vermutlich die falsche Antwort. Was würden Sie sagen?

Klar, die Mathe-Cracks gucken sich die Frage an und reiben sich dann verwundert die Augen. Dann sagen sie die richtige Antwort: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Frau mit positivem Mammogramm Krebs hat, liegt bei zehn Prozent. Uuups, wie das? Nehmen wir 100 Frauen. Davon hat eine Krebs und ziemlich sicher auch ein positives Mammogramm. Die anderen 99 haben keinen Krebs, aber 9 Prozent davon, also etwa 9 Frauen haben auch ein positives Mammogramm. D.h. von den insgesamt 10 positiven Mammogrammen hat eine Frau Krebs.

So weit so gut. Absolute Zahlen sind halt einfacher zu durchschauen als Wahrscheinlichkeiten, die sich auf unterschiedliche Bezugsgrößen beziehen. Ich vermute, dass sogar für die Mathe-Cracks die zweite Form der Darstellung verständlicher war.

Leider war das (plus ein Plädoyer für die Darstellung in absoluten Zahlen) auch schon der ganze Inhalt des Buchs. Ah, falsch! Es ging nicht nur um Mammogramme, sondern auch um Aids-Tests, Fingerabdrucksvergleiche usw. Nur kommt dort immer dasselbe Ergebnis raus: Den Zahlen ist es letztlich egal, ob ich Brustkrebs oder AIDS teste.

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