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Glückskinder. Warum manche lebenslang Chancen suchen - und andere sie täglich nutzen.

Scherer Hermann, Glückskinder. Warum manche lebenslang Chancen suchen - und andere sie täglich nutzen.
  • Kategorie(n): Persönlichkeit
  • Autor: Scherer Hermann
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 3593393492
  • Preis: EUR 14,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 21. Februar 2012

Hermann Scherer hat einen Fan-Club und dann gibt es noch andere Menschen. Ich zähle mich (obwohl ich andere Bücher von ihm klasse finde (s.u.)) eher zu den letzteren. Es ist nicht so, dass das, was er in Glückskinder schreibt, falsch wäre.

Natürlich soll man den Tag genießen, weil dieser nicht noch mal kommt. Natürlich sollte man sich hohe Ziele stecken. Natürlich lauert dort, wo man sich von der Normalität abhebt, der größte Erfolg. Natürlich gibt es Menschen, die sich ihr Mittelmaß schön reden. Natürlich...

Aber was ist daran Neu und Besonders? Nichts... Ich habe mich immer wieder gefragt, wem Hermann Scherer diese Erkenntnisse mitteilen will. Und ich bin mir nicht ganz schlüssig.

Sich selbst? Im Buch gehts ja auch nicht um Glückskinder, sondern um Hermann Scherer. Das Buch erzählt für meine Geschmack zu häufig, wie toll das Leben des Hermann Scherer ist - vor allem im Gegensatz zu den ganzen Mittelmäßigen (auch wenn er das immer wieder versucht, zu brechen). Das Buch enthält viele Sätze wie "Und dann treffe ich Menschen und sehe sie mit anderen Augen. Ich sehe ihren Kleinmut, ihre Unzufriedenheit, den Zweckoptimismus, wie sie sich ihre klägliche Situation schön reden...". Da kann ich nur Anais Nin zitieren: "Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind". Oder anders: Wenn wir den Kleinmut der anderen in den Fokus rücken, dann hat das seinen Grund in uns.

Dabei liegt Hermann Scherer mit dem Kleinmut ja nicht einmal falsch, aber die Frage, die sich mir stellt, ist ganz schlicht: Warum kümmert er sich darum? Andere Menschen machen eben, was andere Menschen machen. Punkt. Sie werden das durch die Schererschen Erkenntnisse nicht ändern. Zufällig kenne ich auch einige erfolgreiche Menschen. Die beschäftigen sich aber gar nicht mit diesen anderen Menschen, sondern unterstützen andere erfolgreiche (oder erfolgversprechende) Menschen.

Was das Buch dem Leser trotzdem gibt? Ich glaube, es ist das Gefühl, zu erkennen, dass man all diesen Wahrheiten zustimmen und sich damit über andere erheben kann. Wer also den Erfolg sucht, aber innere Zweifel hat, kann sich damit eine Art künstliches Selbstbewusstsein schaffen. Aber Selbstbewusstsein, das sich durch die Abgrenzung von anderen definiert, funktioniert nicht auf Dauer.

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