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Oben bleiben. Immer.

Collins Jim, Oben bleiben. Immer.
  • Kategorie(n): Management
  • Autor: Collins Jim
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 3593396602
  • Preis: EUR 29,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 28. August 2012

Vor gut 10 Jahren habe ich Jim Collins Buch "Der Weg zu den Besten" verschlungen und fand sein Konzept des "Level-5-Managers" klasse. Nun hat er ein neues Buch raus gebracht, das methodisch im Wesentlichen ein Remake des alten Buchs ist. Lediglich die Fokussierung auf herausfordernde Rahmenbedingungen ist anders. Und die Ergebnisse unterscheiden sich - nicht so sehr in der Grundrichtung, aber im Fokus.

Eigentlich klingt die Methodik super-einfach: Ich suche mir in verschiedenen Bereichen die Unternehmen, die über einen langen Zeitraum am besten abgeschnitten haben. Dann suche ich mir aus derselben Branche durchschnittliche Vergleichsunternehmen und bilde Paarungen. Als Erfolgsunternehmen kamen dann z.B. heraus: Intel, Amgen, Microsoft und (wie immer) Southwest Airlines. Durchschnittliche Vergleichsunternehmen waren dann z.B. AMD, Genentech, Apple und PSA.

Hoppla, mag sich jetzt einer denken: Wieso ist Apple ein durchschnittliches Vergleichsunternehmen? Ganz einfach: Weil die Daten nur bis zum Jahr 2002 reichen ;-) Das ist dann schon das zweite Indiz, dass es sich nur um ein Remake handelt. Wie kann ich 2011 ein Buch herausbringen, das nur Daten bis 2002 berücksichtigt?

Die eigentlich bestechende Methodik hat aber einen Haken: Sie beinhaltet keinen Realitäts-Check. Die Frage, die einen Unternehmer interessiert, ist nicht, wie Intel oder Southwest erfolgreich wurden, sondern ob die dort angewendeten Prinzipien die eigene Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu werden, erhöhen. Mit anderen Worten: Die Untersuchung ergibt Hypothesen. Diese Hypothesen hätten in einem Blindtest an anderen Unternehmen getestet werden müssen - die Wissenschaftler bekämen also anonyme Daten von richtigen Firmen und hätten diese auf die Anwendung der Prinzipien testen müssen. Und aus diesen Tests dann eine Prognose machen müssen. Wäre die Prognose richtig, dann steigt natürlich auch die Relevanz der Prinzipien.

Dieser zweite Teil der Untersuchung fehlt. Aber es gab einen anderen Realitäts-Check. Vor 10 Jahren gab es ein "Level-5-Zertifikat" an der Börse. Darin waren nur Unternehmen, die von "Level-5"-Managern geführt wurden, also solchen, die nach Jim Collins langfristig erfolgreich sein sollten. Dummerweise sank der Wert dieses Zertifikats noch schneller als der restliche Markt...

Aber nun zum Inhalt. Jim Collins fand heraus, dass die besseren Unternehmen nicht kreativer, nicht ehrgeiziger, nicht visionärer, nicht risikobereiter und nicht heldenhafter sind. Das wird schon manch einem nicht schmecken.

Er vergleicht die Unternehmen mit Amundsen und Scott und dem Rennen zum Südpol. Amundsen bereitete sich fanatisch vor, trainierte bei den Eskimos, testete und legte ausreichende Reserven (3 Tonnen Proviant für 5 Männer) an. Scott nutzte ungetestete Motorschlitten und Ponys, trainierte nicht und bemaß alles super-knapp (1 Tonne Proviant für 17 Männer). Dasselbe entdeckte Collins bei den erfolgreichen Unternehmen. Sie haben bereits zu Beginn eine 3- bis 10-fach höhere Liquidität. Sie testen, bevor sie etwas wirklich einführen. Und sie vermeiden existenzbedrohende Situationen schon lange, bevor sie eintreten.

Beim eigentlichen Wettlauf stellte Amundsen im Umkreis von jedem Lager Markierungen auf, Scott nicht. Amundsen machte jeden Tag - egal bei welchem Wetter - eine anvisierte Mindeststrecke und nicht sehr viel mehr. Das gibt jeden Tag das Gefühl, die Situation zu beherrschen. Scott lagerte bei schlechtem Wetter und versuchte das bei gutem Wetter durch Gewaltmärsche wieder heraus zu holen. Die schlechten Tage demoralisieren und die guten erschöpfen - egal was passiert: es ist schlecht! Genau dasselbe beobachtet Collins bei den Unternehmen. Die wirklich erfolgreichen Unternehmen setzen sich kleine Jahresziele, die aber unbedingt erreicht werden müssen - und nicht mehr! Die weniger erfolgreichen Unternehmen hatten zwischendurch 50 Prozent Einbruch und 200 Prozent Wachstum.

Fazit: Auch wenn die Methodik schwach ist und die bisherigen Realitäts-Checks keinen Beweis für die Richtigkeit von Collins Prinzipien brachten, sind einige der gefundenen Prinzipien sicher nicht falsch und nutzbar. Und gut lesen kann man das Buch auch :-)

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