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Blink! Die Macht des Moments.

Gladwell Malcolm, Blink! Die Macht des Moments.
  • Kategorie(n): Sonstiges
  • Autor: Gladwell Malcolm
  • Verlag: Piper Taschenbuch
  • ISBN: 3492249051
  • Preis: EUR 9,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 03. Januar 2008

Malcolm Gladwell ist ein hervorragender Geschichtenerzähler. Und darum geht es in diesem Buch. Um Geschichten, die die Macht des Moments und der Intuition beweisen.

Da finden sich Geschichten von John Gottman, der nach 15 Minuten Beobachtung mit 95-prozentiger Sicherheit voraussagen kann, ob ein Paar nach 15 Jahren noch zusammen sein wird. Ganz ohne einen umfangreichen Fragebogenapparat oder Analyse des Lebensumfelds oder der Kindheit der beiden Partner. Nur durch schlichte Beobachtung von mimischen Mikrosignalen. Als Unternehmer fragt man sich da unmittelbar: Kann man das für Bewerbungsgespräche nutzen? Kann man in 15 Minuten nur durch genaue Beobachtung herausfinden, ob der Kandidat der richtige ist? Ich vermute, man könnte. Aber, hier beginnt das große Aber bei Gladwells Buch: Man lernt dort nämlich nicht, wie man es könnte.

Es findet sich auch eine andere Geschichte. Im Jahr 2000 plante das Pentagon eine Strategiesimulation. Das blaue Team waren die Amerikaner. Das rote Team ein Diktator mit einem gewissen Rückhalt in der arabischen Welt (wer das wohl war?...) Zweieinhalb Jahre und eine viertel Milliarde Dollar später begann die Strategiesimulation.

Das blaue Team hatte umfangreiche Analysen, Modelle, alle verfügbaren Informationen und Beobachtungstechnologien. Das rote Team hatte nichts dergleichen - nur einen "Diktator", der in Vietnam das Kriegshandwerk gelernt und in den Achziger-Jahren mit Börsengurus schnelle Entscheidungsverfahren diskutiert hatte.

Das blaue Team begann, indem am ersten Tag eine Flotte mit einem Flugzeugträger stationiert wurde und die Kommunikationsschaltstellen des Feindes (Glasfaserkabel etc.) ausgeschaltet wurden. Die Überlegung war: Das rote Team müsste dann auf Funk umstellen und das ließe sich prima abhören. Das blaue Team glaubte sich als Sieger.

Das rote Team reagierte folgendermaßen: Meldungen wurden via Motorradkurier übermittelt - das blaue Team bekam nichts mit. Die Kommunikation zwischen Flugzeugen und Tower wurde auf Lichtsignale umgestellte - das blaue Team bekam nichts mit. Mit kleinen Fischerbooten wurde die Position der feindlichen Flotte ermittelt - das blaue Team bekam nichts mit. Das rote Team beschoss diese Position mit Marschflugkörpern und versenkte 6 Schiffe und 20.000 blaue (amerikanische) Soldaten. Zugleich lies der rote Diktator am ersten Tag alle mit den blauen befreundeten Regierungschefs der Region ermorden.

Mit anderen Worten: Das blaue Team mit seiner haushohen Überlegenheit an Waffen, Informationen und Analysetools versagte auf ganzer Linie, weil sie nicht schnell und intuitiv außerhalb dieses Korsetts reagieren konnten.

Wenn man das auf Unternehmen überträgt, dann heißt dies nichts anderes, als dass kleine Unternehmen ohne den ganzen Marktforschungs- und Controlling-Overhead viel schneller und richtiger agieren können - vorausgesetzt, sie nutzen ihre Stärken.

Übrigens, die Strategiesimulation ging dann folgendermaßen weiter: Am zweiten Tag stiegen die 6 Schiffe wundersamerweise wieder vom Meeresgrund auf, die ermordeten Regierungschefs waren doch nicht so ganz tot und die Entscheidungsfreiheit des roten "Diktators" wurde so eingeengt, dass er nur noch Entscheidungen treffen konnte, die mit den Modellen der blauen prognostizierbar waren. Natürlich gewann das blaue Team...

Zum Glück haben es Großunternehmen da etwas schwerer, die Spielregeln für Kleinunternehmen in ihrem Sinne zu ändern ;-) (obwohl natürlich 90 Prozent der Managementbücher für Großunternehmen geschrieben sind und sich allzu viele Kleinunternehmen diese Managementbücher zum Vorbild nehmen. Und sich damit ihres wichtigsten Vorteils berauben...)

Zurück zum Buch. Malcolm Gladwell erzählt Geschichten. Fragt man sich aber nun, wie man die Erkenntnisse umsetzen könnte und wann genau Intuition zu richtigen und wann auch zu falschen Handlungen führt, so findet man nicht mehr sehr viel.

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