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Radikal führen.

Sprenger Reinhard, Radikal führen.
  • Kategorie(n): Team und Führung
  • Autor: Sprenger Reinhard
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 3593394626
  • Preis: EUR 24,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 08. Dezember 2012

Große Namen wecken große Erwartungen. Das macht es nicht leicht. Dass Reinhard Sprenger sich nun selbst einige Jahre in die Führungspraxis begeben hat, steigerte meine Erwartung zusätzlich. Spannend ist zudem, dass Reinhard Sprenger die Frage grundsätzlich stellt. "Wie heißt das Problem, für das Führung die Lösung ist?" Damit wäre ein Kontext und ein Rahmen vorgegeben.

Leider kann ich die Antwort, die Reinhard Sprenger gibt, nicht unterschreiben. Sie lautet: Der Zweck der Führung ist das Überleben des Unternehmens zu sichern. Das ist Käse! Niemand braucht es, wenn Unternehmen, die nichts zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen, überleben und Ressourcen nicht nur binden, sondern überflüssigerweise auch noch verbrauchen. Manchmal heißt Führung eben auch, Dinge zu beenden. Zum Beispiel die Abschaltung der Kernkraftwerke. Da legt man ja nicht einfach den Schalter um, sondern das braucht noch Jahrzehnte der Führung in der Abwicklung.

OK, das ist eine Extremsituation, aber die Antwort, die Reinhard Sprenger gibt, gilt, wenn überhaupt, nur für die gesamte Menschheit: Der Zweck von Führung ist das Überleben der Menschheit zu sichern. (Obwohl mir auch das noch viel zu defensiv ist). Der Zweck eines Unternehmens ist immer, einen Nutzen für den Kunden zu bieten und damit zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.

Warum ich das so betone? Weil Sprenger mit seiner Antwort denselben Fehler macht wie die allermeisten Führungstheoretiker: Sie betrachten im Wesentlichen die Geführten und die Führenden, aber nicht deren Kontext und nicht, dass der Zweck nur im Beitrag zum Außen liegen kann. Zumindest nicht zu Beginn seiner Betrachtungen, an der Wurzel. Später führt er die Kunden dann doch ein, aber wo die her kommen (außer als nützliche Trottel, die das Überleben des Unternehmens sichern sollen, was zwar die verbreitete, aber dennoch eine völlig falsche Betrachtungsweise ist), bleibt unklar.

Wenn sich der Zweck verändert, dann verändert sich auch die Funktion und die Betrachtungsweise. Ausgehend davon müssen alle Überlegungen, die danach kommen, neu gewogen werden (und da davor keine Überlegung kommt, sind es alle *g*).

Dennoch ist das Buch lesenswert, da es zumindest einen Fehler vieler Führungsbücher nicht macht: es personalisiert Führung nicht nur und ausschließlich. Führung ist oft sehr viel mehr durch den institutionellen Rahmen, die Prozesse und die Kultur bestimmt als durch persönliche Interventionen. Das ist eine nicht unwesentliche Erkenntnis!

Die meisten Führungsbücher beschreiben Interaktionen wie Einstellungsgespräch, Jahresgespräch, Kritik, Zielvereinbarungen, Teamführung usw. Kaum ist da ein Gespräch vorbei, kommt das nächste. Das ist wie Wassereimer schleppen. Über den Rahmen, die Prozesse und die Kultur kann ich das Verhalten aber langfristiger prägen. Und insofern ist das wie der Bau der Pipeline. Natürlich machen sich Führungskräfte Gedanken über Prozesse und den Rahmen, aber eben vor allem unter dem Aspekt des sachlichen Funktionierens, nicht dem der (überpersönlichen) Führung.

Letztlich ist dies ein anderer Aspekt der Arbeit im oder am Unternehmen. Führung ist Arbeit im Unternehmen - die Ausrichtung von Prozessen und Kultur unter verhaltensprägenden Gesichtspunkten ist die Arbeit am Unternehmen.

Und so gibt es noch eine ganze Reihe auch guter Ideen im Buch, die allerdings, wie gesagt, auf einer falschen Grundannahme beruhen. Das macht das Lesen sehr mühsam, da man sich bei jedem einzelnen Kapitel fragen muss, wie die dort gemachte Aussage nun unter der Voraussetzung, dass der Zweck des Unternehmens nicht in seinem eigenen Überleben, sondern in seinem Beitrag liegt, lauten müsste. Manchmal ändert sich nur ein Teilaspekt, manchmal alles. Aber das ist echt anstrengend...

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Kommentare

Hallo.
Ich habe mir das Buch nach einem Vortrag von H. Dr. Sprenger gekauft.
Bereits nach den ersten Seiten bekam ich mehr und mehr Probleme mit der eigenen Identifizierung.
Nachdem ich nun diese Rezension gelesen habe, ist mir der Grund verständlich. Ich werde das Buch Beiseite legen :-)

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