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Konfuzius im Management. Werte und Weisheit im 21. Jahrhundert.

Schwanfelder Werner, Konfuzius im Management. Werte und Weisheit im 21. Jahrhundert.
  • Kategorie(n): Management
  • Autor: Schwanfelder Werner
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 3593379600
  • Preis: 393,80 €
  • Bewertung:
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StefanMerath | 20. November 2006

Der Autor stellt die Lehren von Konfuzius den modernen Management- und Führungsweisheiten gegenüber. Dabei werden zu Fragen wie "Vertrauen als Basis der Führung" oder "Stärken und Schwächen von Führungskräften" jeweils einzelne Weisheiten von Konfuzius zitiert und dann kommentiert.

Meist geht das auch ohne allzu große Holpern. An manchen Stellen wie z.B. der gerade sehr modischen Unterscheidung zwischen Managern und Leadern/Führungskräften gelingt das hingegen weniger (was in diesem Fall sicher nicht an Konfuzius liegt *g*).

Diese Möglichkeit, moderne Führungstheorie und Konfuzius miteinander in Einklang zu bringen, kann man natürlich so oder so sehen. Wer's positiv sehen möchte, sagt, dass moderne Führungsansätze auf jahrtausendealten Erfolgskonzepten beruhen; wer's etwas kritischer mag, stellt sich die Frage, wie sich die Führungstheorie in den letzten 2500 Jahren eigentlich entwickelt hat.

Immer wieder wird bei Büchern, die historische Führungstheorien auf unsere heutige Situation übertragen wollen - egal ob Konfuzius, Machiavelli oder anderen - deutlich, dass die entscheidenden Unterschiede nicht gesehen werden. Ein Unternehmen ist nun mal kein Staat. Erstens hat ein Unternehmen Kunden außerhalb des Unternehmens. Nun entgegnen manche, dass man die Staatsbürger als interne Kunden sehen könne, aber sorry, das ist wie beim Sex: Da macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man sein eigener Kunde ist oder nicht. Zweitens haben die Bürger eines Staates nur in Ausnahmefällen die Wahl getroffen, in diesem Staat zu leben. In aller Regel wurden sie dort einfach geboren. Drittens hat ein Staat kaum Möglichkeiten, seinen Bürgern zu "kündigen". Viertens hat ein Staat völlig andere Sanktionsmöglichkeiten. Und fünftens kann ein Staat zwar auch pleite gehen, aber die Gemeinschaft der Bürger ist hinterher immer noch da. All dies führt zu anderen Bindungen, Risiken, Motivationslagen, Führungsinstrumenten. Und zur Konsequenz, dass man (Staats-)Führungstheorien nur bedingt auf Unternehmen übertragen kann.

Zum Buch selbst: Das Matching von moderner Führungstheorie und Konfuzius ist ganz interessant, bietet aber keine neuen Erkenntnisse und wirkt manchmal etwas uninspiriert kommentierend.


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