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Buchtipps

Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

Seiwert Lothar J., Wenn Du es eilig hast, gehe langsam
  • Kategorie(n): Persönlichkeit
  • Autor: Seiwert Lothar J.
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 3593376652
  • Preis: 19,95 €
  • Bewertung:
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StefanMerath | 06. Januar 2006

Lothar Seiwert, der deutsche "Papst des Zeitmanagements" stellt in diesem Buch ein Konzept zur besseren Zeitplanung und zu besserem Selbstmanagement vor - das Zeitmanagement der vierten Generation. Der Titel ist geniales Marketing. Das kann man nicht anders sagen: Unser Gehirn mag keine Widersprüche und dann beißt es sich so lange daran fest, bis es irgendwie doch einen Sinn darin gefunden hat. Insofern der Titel zum Nachdenken anregt, also durchaus produktiv.

Im wesentlichen baut Seiwert auf die Bücher von Stephen Covey auf. Wie immer ist in solchen Fällen das Original vorzuziehen und meist auch inhaltlich differenzierter. (Wenn man noch weiter zurück geht, dann baut das "Zeitmanagement der vierten Generation" auf den Schriften von Seneca auf und ist etwa 2000 Jahre alt).

Wer bisher kein Zeitmanagement betrieben hat oder lediglich mit ToDo-Listen und Tageskalender gearbeitet hat, findet im Zeitmanagement der vierten Generation viele nützliche Ideen. Im Prinzip ist es ganz einfach: statt sofort loszurennen und sich seine Aktivitäten von der Uhr diktieren zu lassen, geht es darum, den Kompass herauszuholen und die grundsätzliche Richtung zu bestimmen - eben gemäß seinen Werten zu leben.

Allerdings versäumt - für meinen Geschmack - Herr Seiwert dann loszurennen, wenn die Richtung klar ist. Angesichts von gerade mal 35 Stunden Arbeitszeit (bei manchen immerhin noch 45 oder 50 Stunden) erscheint mir die Empfehlung, noch weniger oder langsamer zu arbeiten als etwas weit her geholt. Die Menschen, die ich kenne und die ihre Arbeit lieben, würden bei nur 40 Stunden Arbeit pro Woche leiden. Aber vermutlich resultiert Seiwerts Empfehlung einfach aus unterschiedlichen Werten - der Leitfaden für Seiwert ist, dem Buch zu urteilen, die Zufriedenheit.

Wer hingegen nach Begeisterung, Ergebnissen und Glück strebt, macht Unzufriedenheit gerade zur treibenden Kraft. Glück und Zufriedenheit schließen sich (zum selben Zeitpunkt) gegenseitig aus. Dazu auch Schopenhauer: "Die Überwindung von Schwierigkeiten ist der Vollgenuß des Daseins". DAS ist Glück, aber beim Überwinden ist man alles andere als zufrieden. Wenn die Richtung klar ist, gibt es nur einen Grund, langsamer zu laufen, wie Seiwert empfiehlt: Nämlich dann, wenn Langsamkeit zum obersten Wert geworden ist.

Auch scheitert das persönliche Zeitmanagement ja nicht an den fehlenden Vorsätzen, sondern an alten Gewohnheiten; an (teils) unbewußten emotionalen Motiven, die die Planung sabotieren; an der Frage des Umgangs mit Zeit im ganzen Unternehmen (wenn man die Firma nicht entschlackt, kann man immer nur auf Kosten der anderen Mitarbeiter effektiver mit Zeit umgehen); oder auch am empfundenen emotionalen Gewinn der Hetze.

Fazit: gegenüber früheren Zeitmanagementsystemen ein klarer Gewinn, aber das Zeitmanagement der vierten Generation nach Stephen Covey ist mittlerweile auch schon über 15 Jahre (oder 2.000 Jahre) alt und wirft eine Menge neuer Fragen auf, die auch bei Seiwert nicht beantwortet werden.


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