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Wie ich Dankbarkeit im Moment des Scheiterns fand - Die unglaubliche Unternehmerstory von Angelika Eule

Ich war fassungslos. Eine solche E-Mail hatte ich noch nie erhalten. Es waren nur ein paar Absätze. Aber diese waren vernichtend. Eigentlich hatte ich ja bis zuletzt gehofft. Gehofft, dass die für meine Firma so überlebenswichtige Übernahme eines großen Konkurrenten doch noch klappen würde. Doch nun brach mein Gegenüber mit dieser einen E-Mail nicht einfach nur die Verhandlungen ab. Nein, seine Botschaft war noch viel persönlicher: Ich, Angelika Eule, hätte ja gar nicht erst das Zeug zur Unternehmerin.

Diese Worte saßen. Ich war sprachlos. Ich musste mich erst einmal sammeln. Und dann eine Entscheidung treffen. Wie reagiert man auf einen solchen persönlichen Angriff? Der zugleich auch noch die Existenz der eigenen Firma bedroht. Mit einer ebenfalls leidenschaftlich-aggressiven Retourkutsche? Oder besser alles stumm an sich abprallen lassen?

Nichts davon fühlte sich richtig an. Und so traf ich eine außergewöhnliche Entscheidung. Eine Entscheidung, mit deren Hilfe ich am Ende die Zukunft meines Unternehmens sicherte. Und in deren Folge ich zu einer echten Vorbildunternehmerin aufstieg.


Erste Schritte


Bis zu diesem Moment war mein Unternehmerleben fast immer ein einziges Hoch gewesen. Ich hatte manchmal das Gefühl, als ob mir einfach immer alles so zufliegen würde. Aufgewachsen in einer Unternehmerfamilie in Kiel, hatte ich zu Beginn eigentlich gar nicht die Maschinenbaufabrik meines Vaters übernehmen wollen. Ich wollte erst einmal raus aus dem Elternhaus und studierte deshalb Medizin in Berlin. Mein Vater war aber darüber nicht etwa sauer. Im Gegenteil, er unterstütze mich dabei. Vielleicht ahnte er ja bereits, dass ich irgendwann wiederkommen würde.


Angelika EuleUnd so kam es dann auch. Ich kehrte nach Kiel zurück. Aber nicht alleine. Im Schlepptau hatte ich meinen frischgebackenen Ehemann, einen Maschinenbauer und Betriebswirt. Und damit den idealen Kandidaten für die Nachfolge. Mein Mann übernahm schließlich die Maschinenbaufabrik und ich gab mich mit der zweiten Reihe zufrieden. Vorerst. Auf dem Papier war ich zwar Geschäftsführerin, aber zu Beginn übernahm ich eigentlich nur ein paar einfachere Organisationsaufgaben. Schließlich war dies ja ein männlich-dominiertes technisches Umfeld. Und ich hatte ja “nur“ meinen Doktor in Medizin gemacht.

Zeichen setzen
 

Firmenfeste und Kaffeekassen, das war mein Alltag. Es dauerte aber nicht lange, bis mir Zweifel kamen. Was machte ich hier eigentlich? Und was wollte ich eigentlich? Die Antwort war einfach. Ich wollte mehr. Viel mehr. Ich erkannte, dass ich nur eine einzige Chance hatte: zu lernen. Und so besuchte ich Weiterbildungen. Eine nach der anderen. Ich las jedes Buch, das ich in die Finger bekommen konnte. Und durch “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ lernte ich, dass Unternehmersein eine Berufung war. Meine Berufung. Jetzt hatte ich Blut geleckt.

So holte ich als nächstes den Abschluss zum Betriebswirt nach. Und brachte so meinen Vater zum Strahlen. Er war stolz mich. Und ich hatte ihn ihm den besten Mentor, den ich mir vorstellen konnte. Ich übernahm immer mehr echte Geschäftsführeraufgaben und mit jeder weiteren Aufgabe wuchs meine Leidenschaft. Und der Stolz meines Vaters. Endlich fing ich an eine echte Unternehmerin zu werden. Und auch so zu denken. Ich kaufte weitere Anteile an der Firma, organisierte Partner und gründete eine weitere Firma. Ich übernahm von nun an Verantwortung und traf unbequeme Entscheidungen. Und ich begann an meinen Unternehmen zu arbeiten und nicht nur darin.
 

Das Herz spricht
 

Doch so viel Energie mir diese neue Berufung auch gab, irgendetwas fehlte noch. Was dies war, sollte mir das Schicksal eines Tages aufzeigen. Mein Mann war auf einer sehr teuren Maschine zur Produktion von Ohrenkerzen sitzen geblieben, die ein Kunde in Auftrag gegeben hatte. Ein finanzielles Desaster. Aber ich sah in der scheinbar wertlosen Maschine nicht etwa ein finanzielles Grab. Sondern eine Chance. Meine Chance.

Mit meiner medizinischen Ausbildung war der Einstieg in die Gesundheitsbranche durch die Ohrenkerzen ja genau das Richtige für mich. Endlich ein Thema, für das ich wirklich innerlich brannte. Eine Firma, die mein persönliches Baby werden würde. Das wäre doch gelacht, wenn ich diese Maschine nicht zu Gold verwandeln könnte. Gesagt, getan. Ich gründete mein nächstes Unternehmen.

 

Die große Chance
 

Der Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten. Die ersten 100.000 Euro Startkapital waren schon nach kurzer Zeit verbraucht. Und die Konkurrenz nicht untätig. Sie überzogen meine Firma mit einer Abmahnung nach der anderen. Gefühlt war ich öfters vor Gericht als in meiner eigenen Firma. Es ging einfach nicht voran. Und der Spaß blieb auch auf der Strecke. Ich hatte schon die Befürchtung, meine geliebte neue Firma bald dichtmachen zu müssen. Doch dann bot sich die große Chance.

Der Besitzer des Marktführers bot mir an, dass ich dessen Firma übernehmen könnte. Es war die Chance, die Zukunft meiner eigenen Firma zu sichern. Doch die Verhandlungen waren zäh. Aber mit Leidenschaft, und dank der Unterstützung durch Berater und vor allem meinen Vater, ließ ich selbst in den schwierigsten Momenten nicht locker. Ich würde mein Ziel erreichen, koste es was es wolle. Und dann kam die E-Mail. 

 

Eine E-Mail mit Folgen
 

Ich werde diesen Tag nie vergessen. Ich saß mit einem Kollegen in meinem Büro, als die E-Mail eintraf. Mein Kollege war genauso erschüttert wie ich. Wie kann man so etwas schreiben? Mein Verhandlungspartner erklärte nicht einfach nur die Verhandlungen für beendet. Er war auch gnadenlos in seinem Urteil, warum er diese Übernahme niemals genehmigen würde. Ich, so schrieb er, hätte kein Rückgrat, kein Durchsetzungsvermögen und wäre nur eine Marionette meiner Berater. Ich sei gar nicht in der Lage, erfolgreich ein Unternehmen zu führen. Und schon gar nicht seins.

Ich musste tief Luftholen. Nicht nur, weil der Traum meiner Ohrkerzenfirma zu zerplatzen drohte. Und nicht nur, weil diese Worte so unglaublich direkt und verletzend waren. Da war auch noch etwas Anderes. Ich realisierte nämlich, dass mein Gegenüber gar nicht so unrecht hatte. Ich hatte tatsächlich Fehler gemacht. Ich hätte noch mehr Durchsetzungsvermögen zeigen können. Ich hätte noch zielgerichteter agieren können. Aber jetzt war es zu spät. Oder doch nicht?    
 
Dankbarkeit zeigen
 
Als erstes benötigte ich einen freien Kopf. Das war gar nicht so leicht, da in dieser Zeit auch mein Vater noch schwer erkrankt war. Ich nutzte einen Städteurlaub in München, um nachzudenken. Als ich eines Tages in meinem Hotelzimmer saß, fiel mein Blick auf mein Handy. Und ich öffnete einen der Coachingbriefe, die ich in letzter Zeit wissbegierig aufgesaugt hatte. Die Briefe von Stefan waren für mich eine gute Möglichkeit, um regelmäßig meinen Fokus halten zu können. Wurde nicht vor kurzem in einem der Briefe das Thema Dankbarkeit behandelt? Ich las mir den betreffenden Coachingbrief noch einmal in Ruhe durch. Und dann wusste ich, was ich zu tun hatte.
Zurück in Kiel setzte ich mich direkt an den Rechner und schrieb eine ausführliche Antwort an meinen ehemaligen Verhandlungspartner. Mit einem ganz besonderen Inhalt: Dankbarkeit. Ich bedankte mich. Für das ehrliche Feedback, das ich so nur selten von anderen Unternehmern erhielt. Für die vielen Kritikpunkte, denen ich mich nun widmen konnte. Für die Worte, die mich nun dazu motivierten, nur noch härter an mir selbst zu arbeiten. Und für die Chance, eine noch bessere Unternehmerin zu werden.
 
Die Wende
 

Zuerst folgte keine Antwort. Doch einige Zeit später gab es dann ein überraschendes Lebenszeichen. Ausgerechnet im Rahmen von Wettbewerbsstreitigkeiten, die wir wieder aufgenommen hatten. Mir wurde von der Gegenseite signalisiert, dass man doch wieder Interesse an der Wiederaufnahme der Verhandlungen hätte. Der fehlende Respekt war auf einmal wieder da. Ich war wieder im Spiel. Und das dank einer E-Mail, mit der mein Verhandlungspartner so wohl nie im Leben gerechnet hatte. Und die wohl Eindruck hinterlassen hatte.

Nein, die weiteren Verhandlungen waren kein Zuckerschlecken. Aber am Ende habe ich es tatsächlich geschafft. Ich übernahm den Marktführer und damit die Pole Position im Markt. Ich hatte mein Ziel erreicht. Aber der wohl emotionalste Moment war nicht die Unterschrift unter dem Vertrag. Sondern der Moment, in dem ich meinem Vater von meinem Erfolg erzählen konnte. Mein Vater, der mich immer bedingungslos unterstützt hatte, war von seiner Krankheit inzwischen schwer gezeichnet. Aber als ich von meinem ersten Tag in der neu erworbenen Firma nach Hause kam und mich zu ihm auf die Couch setzte, leuchteten seine Augen so, wie ich es noch nie gesehen hatte. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Denn es waren auch die letzten Augenblicke, die ich mit meinem Vater genießen konnte. Noch in der folgenden Nacht starb er an den Folgen seiner langen Krankheit.


Vorbildunternehmerin mit Zukunft
 


Der Erfolg gibt mir weiter recht. Natürlich, es gibt immer noch viel zu tun. Aber nicht nur haben sich meine Unternehmen, inklusive der Ohrkerzenfirma, alle positiv entwickelt. Ich wurde vom Bundeswirtschaftsministerium auch noch offiziell zur Vorbildunternehmerin berufen. Ehrenamtlich. Nun bin ich es, die andere Unternehmer und Unternehmerinnen auf Vorträgen und in Gesprächsrunden mit ihrer Leidenschaft für das Unternehmertum ansteckt.

Momente, für die ich einfach unglaublich dankbar bin. Und die mir zeigen, dass ich auf die E-Mail meines Konkurrenten damals genau die richtige Reaktion gezeigt habe. Dankbarkeit ist eines der stärksten und schönsten Gefühle, welches man als Unternehmer und Unternehmerin empfinden kann. Und für mich war es der Aufbruch in eine noch spannendere Zukunft und meine ganz persönliche Rolle als Vorbildunternehmerin.


 


Kommentare

Liebe Angelika,
das Lesen Ihres Lebensberichts hat mir Freude gemacht und mich ermutigt, den schwierigen Momenten meines eigenen Unternehmerdaseins mit mehr Lebensfreude und Dankbarkeit gegenüber zu treten. Haben Sie recht herzlichen Dank dafür. Ihnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg.

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