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Fachartikel von Stefan Merath

Wie du die Energie und Freude in deinem Unternehmen zurückgewinnst

Stefan Merath | 18. Juni 2019

Bitte nimm dir mal einen Moment Zeit und nimm gedanklich Distanz zu dem ein, was du machst. Schau mal von außen auf dein Unternehmen und dein Unternehmerleben. Wie fühlt sich das an? Die meisten Teilnehmer in meinen Seminaren arbeiten 50 Stunden aufwärts. Das kann daran liegen, dass du absolut von dem begeistert bist, was du tust. Aber oft ist es das nicht: Wer ist schon begeistert davon, am Tag 100 Emails zu beantworten? Und wer davon, ständig hinter den Fehlern des einen oder anderen Mitarbeiters aufzuräumen? Und wer davon, dem einen Kunden, den keiner im Unternehmen mag, hinterher zu laufen?
Sicher, Unternehmersein ist für die meisten von uns definitiv besser als angestellt sein. Aber einen großen Teil unserer Zeit sind wir auch in einer Tretmühle – nur, dass es halt unsere eigene Tretmühle ist ;-) Auf einer rein operativen Ebene lässt sich das ziemlich einfach lösen: Du kennst mein Modell Fachkraft – Manager – Unternehmer (und falls nicht, ließ in meinem Buch nach). Fachkraftaufgaben solltest du in einem kleinen Unternehmen weniger, und ab 20 oder 25 Mitarbeitern gar nicht mehr, machen. Damit sollte sich die Tretmühle bewältigen lassen.
 

Dein innerer Weg entscheidet
Ist in der Praxis aber oft schwieriger als gedacht. Manche gehen das zackig und konsequent an, manche nicht. Und daran ist nicht die Methode schuld, sondern es kommt etwas zum Tragen, das ich den Inneren Weg nenne. Was hält uns davon ab, Fachkraftaufgaben schnellstmöglich zu übergeben? Die Antworten sind: Niemand kann das so gut wie ich! Der Kunde würde das nicht akzeptieren! Und so weiter…

Letztlich stecken dahinter Ängste. Die Angst, dass eine Leistung schlechter wird. Die Angst, dass ein Mitarbeiter zum Wettbewerber wird. Die Angst, dass ein Kunde abspringt. Und natürlich auch noch die Angst, dass ich in den neuen Unternehmeraufgaben nicht so gut bin, wie in den Fachkraftaufgaben, die ich kenne. Wir nennen es nur oft nicht Angst. Weil es nicht zu unserem Selbstbild als Macher passt. Dabei ist der Weg des Unternehmers in gewissem Sinne der Weg der Angst – genauer: Der Weg, immer besser mit immer größeren Ängsten umgehen zu lernen. Am Anfang ist es die kleine Unsicherheit: Klappt das mit der Gründung? Später die größere Unsicherheit: Bekomme ich diesen Großauftrag? Und noch später die Angst, 20 Mitarbeitern ihr Lieblingsspielzeug wegnehmen zu müssen, weil sich die Strategie ändert.


Sind mir diese Ängste nicht bewusst (und beherrschen sie mich deshalb unterschwellig), so hat dies Konsequenzen: Man kommt nicht aus der Tretmühle. Man ist nicht in der Lage, eine fokussierte Strategie umzusetzen, weil die Angst angesichts des leeren Kontos einen dazu treibt, auch Kunden außerhalb der Zielgruppe anzunehmen. Man ist in der Führung nicht klar, weil man Angst hat, Mitarbeiter zu verlieren. Usw.
 

Dankbarkeit als Grundhaltung
Mit anderen Worten: Ich brauche einen bewussten Weg, damit umzugehen, damit mich der unbewusste Umgang damit nicht weiter in eine falsche Richtung treibt. Und einer der besten Wege dazu ist Dankbarkeit. Warum? Das Gegenteil von Angst ist nicht Mut. Mut ist, wenn ich trotz Angst handle und natürlich brauche ich als Unternehmer eine Menge Mut. Aber das Gegenteil von Angst ist Dankbarkeit.

Wieso das? Nun, Angst richtet sich auf die Zukunft und Dankbarkeit auf die Vergangenheit. Angst richtet sich auf etwas Imaginäres und Dankbarkeit auf etwas Reales. Angst richtet sich auf etwas Negatives, Dankbarkeit auf etwas Positives. Ich kann nicht gleichzeitig Angst haben und dankbar sein.
Und Dankbarkeit als Grundhaltung kann man trainieren. Je öfter ich dankbar bin, desto einfacher wird es. Im Gehirn werden sozusagen Dankbarkeits-Datenautobahnen angelegt. Wie ich das mache?
 

Trainiere deine Dankbarkeit
Nun, bekannt ist dir sicher das Dankbarkeits-Journal. Jeden Abend 5 Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Und wichtig: Während des Schreibens auch das Gefühl wirklich hervorrufen. Also nicht einfach nur schreiben: Ich bin dankbar, dass ich etwas zu essen habe. Sondern dir wirklich bewusst machen, dass es für viele Menschen auf dieser Erde nicht selbstverständlich ist, etwas zu essen zu haben. Und vor diesem Hintergrund die Dankbarkeit empfinden und dann aufschreiben.

Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten: Du kannst einfach gute Musik hören oder andere Dinge tun, von denen du weißt, dass es dich dankbar macht. Handeln ist effektiver als nur schreiben! Eine herausragende Möglichkeit ist tatsächlich das Geben. Geben macht den Gebenden dankbar! Dankbar dafür, genug zu haben, um geben zu können. Nach meiner Insolvenz vor 16 Jahren brachte mich mein Coach dazu, immer dann, wenn ich Angst hatte, Geld zu spenden. Das schien absurd, denn ich hatte sechsstellig Schulden. Dennoch war ich immer in der Lage, 10 Euro zu spenden. Und dafür war ich dankbar und darüber wurde meine Angst schwächer.



Es gibt eine weitere sehr effektive Möglichkeit. Dazu muss ich ausholen. Wenn mich heute jemand fragt, was das Beste ist, das mir in meinem Leben passiert ist, dann ist die Antwort: Meine Insolvenz im Jahr 2003. Wieso das? Nun, sie brachte mich zum Lernen – ich habe damals 10-15 Seminare pro Jahr besucht. Und das war der Grundstein für meinen jetzigen Erfolg. Und nicht nur das: Es ist der Grundstein dafür, dass ich mein Wissen an zehntausende Unternehmer weitergeben und deren Unternehmen zum Guten beeinflussen konnte. Rechne ich die indirekten Auswirkungen auf Mitarbeiter und Familien mit ein, konnte ich damit weit über eine Million Menschen positiv berühren. Nur aufgrund der Insolvenz!
 

Wie du das Gute für dich entdeckst
Natürlich hätte ich das im Jahr 2003 so nicht gesehen! Aber wieso eigentlich nicht? Ich habe mich Jahre später gefragt, was das Gute an dieser Insolvenz war. Und dafür war ich dann unendlich dankbar. Aber wieso damit warten? Wieso nicht gleich, wenn irgendeine scheinbare Katastrophe passiert, dich fragen: Was könnte das Gute dran sein? Ein wichtiger Mitarbeiter geht. Was könnte das Gute dran sein? Du schmeißt einen Kunden raus. Was könnte das Gute dran sein? Damit werden die Dramen nicht nur kleiner, sondern ganz oft entsteht gerade aus der Katastrophe eine unglaubliche Dankbarkeit.

Natürlich geht es nicht darum, alle Ängste bewusst zu übertünchen. Ganz im Gegenteil, ich sehe es als sinnvoll an, jeden Tag bewusst eine Handlung auszuführen, die mir Angst macht. Ob es jetzt die Kaltakquise ist oder das Reden vor 1.000 Leuten oder die klare Ansage gegenüber einem Mitarbeiter oder das Kündigen eines Kunden, spielt keine Rolle. Einfach trotz der Angst tun. Und anschließend dankbar sein für den Mut, den man aufgebracht hat.
All diese Methoden brauchen natürlich eins: regelmäßiges Training. Wenn ich nur einmal die Frage stelle, was das Gute dran ist oder nur 3 Tage lang Dankbarkeits-Journal schreibe, dann hat das leider denselben Effekt, wie 3 Tage Fitness-Studio: außer Muskelkater nichts gewesen…

Kommentare

Danke Stefan, für diese schönen Worte.
Dankbarkeit ist eines der schönsten und wichtigsten Gefühle in unserem Leben.
Leider ist unser Dasein viel zu sehr durch negative Einflussgrössen bestimmt und zieht uns von der Stimmung runter.
Dankbarkeit hilft uns dabei, viele kleine Dinge positiver zu bewerten und das überträgt sich bei regelmäßiger automatisch auf uns und unser Umfeld.
Negative Einflüsse lassen sich so leichter bewältigen bzw. treten auch weniger auf!
Mein Tip, regelmäßig Tagebuch schreiben, wo ein Dankbarkeits Journal mit dabei ist!

Jeder hat sicherlich als Unternehmer/In, Partner/IN oder Freund/In auch mal "schlechte" Zeiten erlebt, Dinge die wehtun oder es lief mit einem Mitarbeiter oder in der Firma mal nicht so gut... JEDER behaupte ich, kennt diese Zeiten.
Zwar gelingt es mir nicht immer SOFORT, jedoch kurze Zeit danach mit Abstand das "negative" Ereignis zu sehen und zu "verwandeln" - und mich zu fragen "Was war daran positiv?" und so komme ich sofort in eine Haltung, die alles, was mir widerfährt, in Dankbarkeit verwandelt. Denn auch das, was wir nicht haben/sehen/fühlen wollen, haben wir (unbewusst) selbst erschaffen und in unser Leben gezogen. Sei dankbar dafür, fühle es und dann kreiere es neu, statt es weg zu schieben.
Von Herzen, eure Sarah

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