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Coronavirus - Praxisratgeber für Unternehmer

Worauf wollen wir uns 2021 konzentrieren? Ein Corona-Jahresrück- und -ausblick von Stefan Merath

Am 28. Februar 2020 schrieb ich in diesem Blog: „Mein persönliches wahrscheinliches Szenario ist Folgendes: Die erste Erkrankungswelle wird uns 2-3 Monate beschäftigen. Das kann so krass werden wie in Wuhan, wo die komplette Wirtschaft zum Erliegen kam, muss aber nicht. Den Sommer über erleben wir eine Normalisierung. Aber da das Virus nun mal in der Welt ist und vergangene Pandemien immer in Wellen auftraten, dürfte nächsten Winter bis nächstes Frühjahr die nächste Welle starten und dann ab nächsten Sommer dürfte ein Impfstoff zur Verfügung stehen.“

Das ist rückblickend einigermaßen adäquat. Zwar haben wir jetzt schon einen Impfstoff, aber er wird erst im Sommer in der Breite zur Verfügung stehen. Am selben Tag, also auch dem 28. Februar 2020 sagte Altmeier staatliche Hilfen zu, sollte sich die Situation verschärfen. Konjunkturprogramme schloss er aber aus. Diese Realitätsverweigerung (bzw. Wochen später erzwungene Realitätsannahme) war symptomatisch für die Politik des ganzen Jahres.

Mit dem richtigen Fokus auch in Krisenzeiten wachsen

Mein Fokus war von Beginn an, nicht zu jammern, sondern zu fragen, was wir als Unternehmer machen und besser machen können. Aus diesem Grund startete ich am 26. Februar, meinem Geburtstag, mein Corona-Blog. Mit Beiträgen zu Kommunikation oder Führung (8. März). Ich legte offen, was wir selbst bei Unternehmercoach taten und schilderte am 12. März, wie wir bei Unternehmercoach damit umgingen. Dort prognostizierte ich, dass die Regierung in 1-2 Wochen aufgrund des öffentlichen Drucks schließlich auch handeln würde… Am 23. März war es dann so weit: Shutdown! Alles so berechenbar… Die ersten 4-6 Wochen wurden also schlicht verpennt.

Wir taten, was wir konnten und initiierten Webinare zu Förderprogrammen und schufen mit 3 Unternehmerthons eine Plattform, in der Unternehmer sich über ihren Umgang mit der Krise austauschten und Lösungen fanden (dort entstanden z.B. die Ideen für Autokinos oder Online-Weinproben usw.).

Worauf ich unglaublich stolz bin: Wir machten jetzt zum Jahresende eine Umfrage unter unseren Kunden, was sich in diesem Jahr durch unsere Angebote real verändert hat. Dabei kam heraus: Unsere Kunden wuchsen um durchschnittlich 5%, wohingegen die Gesamtwirtschaft um 5% einbrach. Sie beschäftigten zusammen zum Jahresende 650 mehr Menschen als zum Jahresbeginn. Und ihre finanzielle Reichweite ist im Schnitt um 8 Wochen gestiegen! Wir, damit meine ich unsere Kunden und Unternehmercoach, haben also in der Krise alles getan, um daraus eine Chance zu machen und waren in vielen Fällen erfolgreich damit!

Dennoch herrschte weiter in der Öffentlichkeit und vor allem der Politik ein viel zu kurzfristiges Denken. Menschen fragten sich allen Ernstes im Oktober, ob jetzt eine zweite Welle kommen würde. Ich fragte mich, wann die dritte Welle vorbei wäre (22. Oktober).

Worauf wollen wir uns 2021 konzentrieren?

Aktuell wird 90% der Zeit dafür benutzt, darüber zu diskutieren, wer den Impfstoff zuerst bekommt. Netanjahu in Israel hat 90% seiner Zeit dafür benutzt, Impfstoff zu organisieren und persönlich beim Pfizer-Chef anzurufen, den er mittlerweile seinen Freund nennt. Das Resultat. 10% der Israelis sind bereits geimpft im Vergleich zu 0,09% der Deutschen. Hätte man genug Impfstoff organisiert und nicht künstliche Flaschenhälse (Impfzentren) geschaffen, sondern die Hausärzte impfen lassen, wäre die Frage nach der Reihenfolge völlig irrelevant, weil man in 2 Monaten damit fertig wäre.

Scheindebatten (wie z.B. auch, ob die Schulen jetzt eine Woche früher oder später aufmachen) fressen Zeit und Hirn. Wir haben dieses Jahr gelernt: Die Politik reagiert meist viel zu spät, dann zu inkonsequent und denkt über die falschen Dinge nach. Das wird sich nächstes Jahr nicht ändern. Wieso auch? Es sind dieselben Protagonisten…

Kommen wir deshalb zum Ausblick auf 2021. Mein Basis-Szenario ist, dass sich der Shutdown (oder große Teile davon) bis mindestens März, vielleicht auch April hinzieht. Bis da hin wird es noch nicht sonderlich viel Impfstoff geben, die Politik wird aber immer stärker unter Druck geraten und deshalb ein paar Show-Einlagen hinlegen (wie Spahn, der gerade 30 Mio. zusätzliche Dosen BionTech-Impfstoff ankündigte, dabei aber „vergaß“, das Datum zu vereinbaren). Bis zum Sommer/Herbst sollte dann jeder geimpft werden können, der geimpft werden will. Das wird aber weniger als die Hälfte sein. Und das wird nicht reichen. Mit anderen Worten: es wird im nächsten Winter zu einer dritten Welle kommen, wenn auch schwächer als die zweite Welle. Falls die eine oder andere Mutation doch deutlich ansteckender ist, kann es auch zu einem dritten oder vierten Shutdown kommen. Abstandsregeln, Masken etc. werden uns noch mindestens 15 Monate begleiten.

Bessere Lösungen gibt es bereits

Warum das so ist? Weil die Politik derzeit 100%(!) ihrer Hoffnung(!) auf den Impfstoff setzt und sich diese Hoffnung so nicht erfüllen wird. Bessere politische Wege wären sich höhere Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen und das Empowern von Problemlösern. Wir brauchen eine Vielzahl von Maßnahmen, die zusammen das Virus besiegen. Zum Beispiel eine App, die nicht dem Datenschutz dient, sondern der Gesundheit. Oder zu Beginn 6-mal hintereinander alle 2 Wochen Kompletttests der Bevölkerung – dann sind die meisten Nester ausgerottet. Aber lieber werden die Tests als ungenau diffamiert – es erklärt jedoch niemand, warum 95% Genauigkeit beim Test nun schlechter sein soll als 95% Wirksamkeit des Impfstoffs. Zu vielen anderen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen – nicht nur durch Befolgung der Lockdowns (denn das ist mit Abstand die am wenigsten intelligente Methode).

Als Unternehmer müssen wir uns darauf vorbereiten, dass im Sommer nicht alles vorbei ist. Wir müssen (und können) weiter die Chancen nutzen. Und wir können (und müssen) uns weiter untereinander austauschen (weswegen wir auch dieses Jahr wieder einen Unternehmerthon machen werden). Und zu diesem Austausch und zu dieser Entwicklung werden wir auch 2021 durch unsere Braintrusts und unser Unternehmertraining beitragen. Mein leicht messbares Ziel ist, dass Unternehmercoach-Kunden in 2021 im Durchschnitt mindestens um 10% wachsen. Mein wirkliches Ziel ist, dass unsere Kunden zu den besten Unternehmern werden, die sie sein können. Zu Schwarzgurt-Unternehmern!

Kommentare

Lieber Stefan,

dein heutiger Blogbeitrag trifft mal wieder den berühmten "Nagel auf den Kopf", so wie die vorhergehenden auch weitestgehend. Diese deine Aussagen kann ich voll unterstreichen.

Danke für deine mutigen, aber strategisch vorausschauenden Aktivitäten "rundum".

Genieße nun erst einmal einen schwungvollen Start in ein friedvolles und vor allem gesundes Jahr 2021, dessen Herausforderungen wir ganz sicher auch bewältigen werden. Das wünsche ich dir und deinen Angehörigen und Freunden und - auch deiner gesamten Community.

Viele Grüße aus Mölln

Cord

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