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Strategie-Workshop. In fünf Schritten zur erfolgreichen Unternehmensstrategie.

Haake Klaus,Seiler Willi, Strategie-Workshop. In fünf Schritten zur erfolgreichen Unternehmensstrategie.
  • Kategorie(n): Zeitspar-Tipps Strategie
  • Autor: Haake Klaus,Seiler Willi
  • Verlag: Schäffer-Poeschel
  • ISBN: 3791029975
  • Preis: EUR 39,95
  • Bewertung:
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StefanMerath | 22. Februar 2012

Zwei Akademiker mit einem Beratungsunternehmen haben ein Buch über Strategie geschrieben. Im Buch findet sich die Beschreibung eines klassischen Strategie-Planungs- und Umsetzungsprozesses samt Checklisten usw. Wer die klassische BWL mag, ist mit diesem Buch vielleicht auf dem richtigen Dampfer. Ich mag sie nicht!

Letztlich ist es nur ein Hauptpunkt, den ich am Buch zu kritisieren habe, der sich aber durch das ganze Buch durchzieht. Es ist die Frage nach dem Sinn des Unternehmens. Während Haake und Seiler von einem innengerichteten Zweck (Gewinn, langfristiges Überleben) ausgehen, denke ich, dass der Sinn eines Unternehmens nur außengerichtet sein kann, nämlich seinen Kunden einen Nutzen zu bieten. Nichts sonst. (Nebenbei: Ein Sinn kann nie innengerichtet sein!)

Das beginnt dann mit einer falschen Definition des Ziels der Strategie. Diese sei: "Das übergeordnete Ziel einer Strategie ist, die Marktposition des Unternehmens nachhaltig und systematisch zu verändern." Falsch: "Das übergeordnete Ziel einer Strategie ist, die Wünsche einer bestimmten Zielgruppe nachhaltig zu befriedigen". Ersteres interessiert außer den Inhabern und den Leuten, die sich dann einen neuen Arbeitsplatz suchen müssten, kein Schwein, letzteres hat eine größere Bedeutung und erlaubt es, Energie zu entfalten.

Das geht weiter mit der Verwechslung von Mission und Identität. Als Mission wird verkauft: "Wir sind Hersteller sparsamer Autos". Das ist aber die Identität. Wenn ich etwas über meine Identität sage, dann beginnen diese Sätze mit "Ich bin groß/klug/erfahren...". "Ich bin..." bzw. "Wir sind..."-Sätze haben nichts mit einer Mission zu tun (weil diese nach außen gerichtet ist).

Das geht weiter mit der Verwechslung von Vision und Ziel. "Wir wollen der führende Anbieter ... werden." wird als Vision verkauft. Aber das ist keine Vision, sondern bestenfalls ein internes Ziel (vermutlich noch nicht einmal das, weil es viel zu verwaschen ist). Eine Vision richtet sich immer auf Veränderungen in der Außenwelt. Martin Luther King wollte ja auch die Gleichberechtigung der Schwarzen und nicht der größte Schwarzenführer werden. Das erste ist eine Vision, das zweite ein internes Ziel. Vielleicht hatte er dieses interne Ziel sogar auch, aber es hatte nicht die Priorität!

Dann kommt noch das obligatorische Thema mit den Werthaltungen rein. Wie immer mit dem typisch tabellarischen Herangehen von Buchhaltern. Das funktioniert nie. Deswegen wird dann auch immer so betont "gelebte Werte", aber da das vom Konzept dasselbe ist, funktioniert das auch nicht, sondern ist nur eine zusätzliche Worthülse mehr. Die wirklichen inneren Motive und Emotionen, die sich immer und notwendig aus der Biographie des Gründers/Unternehmers ergeben, bleiben so außen vor. Im Buch aber ist (wie immer) eine Liste mit Wertemöglichkeiten vorgegeben. Aber was bringt das? Welche Führungskraft wird denn bei den "Werten" Qualität oder Gewinn schon "gering" statt "sehr wichtig" ankreuzen?

Dann wird das ganze Zeug rund um Porter, SWOT & Co aufgeführt. Da verweise ich einfach auf mein Neurostrategie-Buch. Gleiches gilt für den Kernkompetenzen-Ansatz, Portfolio-Matrix und das andere Geraffel. Angestaubtes und unwirksames BWL-Wissen vom Feinsten. Vorstellungen wie das ganze Unternehmen auf die Kernkompetenzen auszurichten, führen unmittelbar ins Abseits. Das ganze Unternehmen (inklusive der notwendigen Kompetenzen) ist auf die brennendsten Wünsche und Probleme der Zielgruppe auszurichten. Auf nichts sonst.

Und von Neurowissenschaften (Häusel), der engpasskonzentrierten Strategie (EKS) haben die beiden Autoren wohl noch nie was gehört. Insbesondere Letzteres ist verblüffend: Sind doch, wie z.B. Herman Simon herausgefunden hat, extrem viele deutsche Mittelständler mit der EKS groß geworden und sind doch die beiden akademisch im Bereich KMU gebildet. Da sollte die EKS doch eigentlich im ersten Semester gelehrt werden...

Von der Rolle der Emotionen und unbewusster Entscheidungen beim Strategen haben sie verständlicherweise auch noch nichts gehört.

Fazit: Altbackenes und weitgehend nutzloses Zeug!

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