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Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

Hüther Gerald, Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn
  • Kategorie(n): Sonstiges
  • Autor: Hüther Gerald
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • ISBN: 3525404204
  • Preis: EUR 17,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 11. Januar 2014

Warum bespreche ich auf einer Unternehmer-Website ein Männer-Buch? Weil die meisten Unternehmer Männer sind - und je größer das Unternehmen, desto größer auch der Männeranteil. Allerdings gilt das, was Hüther schreibt in abgeschwächter Form auch für Frauen.

Der ganze erste Teil des Buchs beschäftigt sich mit der Frage, wozu die Evolution eigentlich Männer erfunden hat. Verkürzt dargestellt: Alle Lebewesen müssen bei der Reproduktion dafür sorgen, dass sie bis zu einem bestimmten Grad gleich bleiben, sonst kann sich keine Art entwickeln. Und zugleich muss aber auch eine gewisse Variabilität gegeben sein, damit sich die Arten veränderten Bedingungen anpassen können und es Parasiten zu erschweren, alle identischen Kopien einer Art auf einmal auszulöschen.

Um diese funktionalen Anforderungen optimal erfüllen zu können, hat die Natur die Zweigeschlechtlichkeit erfunden. Darin übernehmen nun die Weibchen den tendenziell eher gleich bleibenden, stabilen Part - die Männchen eher den variablen Teil, sprich: sie sind extremer. Das zeigt sich in der Natur an allen möglichen Geweihen, unnützem Federschmuck bei Pfauen etc. Bei Menschen z.B. an einer größeren Spannbreite in der Körpergröße. Frauen sind eben durchschnittlich 1,70 und die meisten weichen nicht so stark davon ab, Männer sind zwar durchschnittlich 10cm größer, aber auch die Abweichungen sind sehr viel größer: 2-Meter-Männer sind viel häufiger als 1,90-Frauen. Gleiches zeigt sich in der Mathematik (und vielen anderen Bereichen). Durchschnittlich sind beide Geschlechter gleich gut. Aber es gibt viel mehr Männer, die richtig gut sind und auch viel mehr Männer, die richtig schlecht sind.

Größere Extreme (und das Fehlen eines zweiten X-Chromosoms) sorgen dafür, dass Männer nicht immer optimal auf die Welt vorbereitet sind und deshalb viel anfälliger sind. Dies zeigt sich auch physisch. Nach der Wende wurden z.B. in den fünf neuen Ländern wesentlich mehr Mädchen geboren als Jungs; zwar wurden ungefähr gleich viel gezeugt, aber aufgrund der psychischen Belastung kam es zu viel mehr Fehlgeburten und das betraf das schwächer Geschlecht: die Männer.

Soweit die Theorie. Interessant ist nun Folgendes: Weil Männer anfälliger sind, brauchen sie am Anfang mehr Nähe. Zugleich sind sie extremer und suchen deshalb nach mehr Autonomie. Und damit haben wir ein wunderschönes Dilemma. Nähe und Autonomie widersprechen sich nämlich in aller Regel. Diesen Konflikt gibt es bei Frauen auch, aber halt nicht so stark. Und mit diesem Ansatz geht Hüther, in den zweiten (interessanten) Teil, der aber meiner Einschätzung nach viel zu kurz gekommen ist.

Nahezu ihr ganzes Leben wechseln nun Männer zwischen diesen Polen Autonomie und Nähe hin und her. Und das sehe ich nun auch bei Unternehmern immer wieder: Gründung aus Autonomie-Bedürfnis. Aber dann fehlt der Austausch mit anderen Unternehmern und die Familie leidet auch: Nähe-Bedürfnis. Oder die Firma wird wie eine Familie geführt, aber das wird dann irgendwann zu erdrückend: Autonomie-Bedürfnis.

Fazit: Der erste Teil ist eher theoretisch interessant, der zweite ganz hilfreich für die eigene Standortbestimmung als Mann.

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