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Das Genie in mir. Warum Talent erlernbar ist.

Siefer Werner, Das Genie in mir. Warum Talent erlernbar ist.
  • Kategorie(n): Persönlichkeit
  • Autor: Siefer Werner
  • Verlag: Campus Verlag
  • ISBN: 359338695X
  • Preis: EUR 9,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 19. November 2009

Werner Siefers neues Buch ist ein grundsätzliches Plädoyer für die Möglichkeit der Entwicklung unserer Fähigkeiten und mithin auch unserer Persönlichkeit.

Dabei stellt Werner Siefer die Ergebnisse durchaus kontrovers vor. Es kommen die Vertreter der genetischen Sichtweise (Talent hat man eben...) genauso zu Wort wie die Vertreter derjenigen, die die prinzipielle Veränderbarkeit und Entwickelbarkeit de menschlichen Gehirns vertreten. Letztlich löst der den Widerspruch zwischen Natur und Entwicklung dahingehend auf, dass die Natur den Rahmen für die Entwicklung vorgibt. Allerdings, und das ist der Dreh- und Angelpunkt, ist auch dieser Rahmen nicht wirklich festgelegt.

Spannend ist nicht nur die Rezeption der Ergebnisse von Ericsson (10.000 Stunden Übung machen den Meister), der mittlerweile zum Glück immer öfter zur Kenntnis genommen wird. Sondern auch die Herausarbeitung der Tatsache, dass wirklich exzellente Menschen viel stärker an ihren Fehlern arbeiten als Anfänger oder das Mittelmaß. Das wirft ein Schlaglicht auf verbreitete Führungsprinzipien wie immer nur zu loben. Das mag das richtige Prinzip für Anfänger und Mittelmaß sein, aber nicht für die Top-Leute. Top-Leute wollen Kritik!

Was nebenbei erklärt, warum die meisten Führungskräfte (die Führungskräfte wurden, weil sie vorher die besten Fachkräfte waren), immer automatisch mehr kritisieren als ihren Untergebenen gut tut. Sie sind in ihrem Fach besser und haben demzufolge eine andere, kritischere Sichtweise darauf. Nun kann die Lösung jedoch nicht sein, einfach weniger zu kritisieren - die Führungskraft kommt dabei permanent in Konflikt mit den eigenen Ansprüchen und paralysiert sich selbst, sondern nur darin, sich bessere Mitarbeiter zu suchen, die genau das Maß an Kritik wollen(!), das der eigenen Qualität der Führungskraft entspricht. (In Großkonzernen und Behörden kann man sicher auch den umgekehrten Weg gehen: Man macht nur mittelmäßige Leute zu Führungskräften, so dass deren Mitarbeiter genau die Führungskraft bekommen, die sie verdienen ;-)

Wie diese kurze Überlegung zeigt, geht es im Buch nicht um Leute, die in 0,3 Sekunden im Kopf die Wurzel aus einer 20-stelligen Zahl ziehen können. Sondern es geht ganz grundsätzlich um die Frage, wie wir Menschen sind und damit auch um Fragen der Führung.

Grundsätzlich ist mir ein Autor wie Werner Siefer, der die Dinge von verschiedenen Seiten sieht, allemal lieber als die vielen amerikanischen Autoren, die in ihren Büchern eine These haben und dann das ganze Buch hindurch nur Geschichten erzählen, um diese eine These zu erhärten. Zumal mir auch die Inhalte besser gefallen als z.B. bei Gladwell (Überflieger), der den Menschen zum Opfer der Umstände degradiert.

Nachdem sich die Hypothese der weitestgehenden Bestimmtheit unserer Fähigkeiten durch die Gene, (vertreten vor allem durch Bewahrer und Ausredenfinder, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind, aber auch nichts ändern wollen), nicht mehr halten lässt, führen manche ins Feld, dass dies vielleicht für Fähigkeiten gelten mag, aber nicht für die Persönlichkeit. Mal abgesehen davon, dass die Trennung von Fertigkeiten und Persönlichkeit ein sehr merkwürdiges Konstrukt ist, und abgesehen davon, dass die damit verbundene Vorstellung eines unveränderbaren biographischen Gedächtnisses (das wesentliche Teile unserer Persönlichkeit konstituiert), nicht haltbar ist, schreibt Werner Siefer auch explizit, dass auch Gaben wie "Führungsqualitäten" oder "Charisma", die man eigentlich eher der Persönlichkeit zuschlägt, erlernbar sind.

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Kommentare

Test
Ich bin 100% überzeugt, dass man das Allermeiste selbst zum positiven beeinflussen kann.
Jeder kennt wohl die Situation, wo ein Weg völlig klar vorgegen ist und es am Ziel keine Zweifel gibt. Jeder hat wohl Tage, wo alles leicht von der Hand fällt... (nur fehlt es oft an Konstanz...)

Vielleicht ist Talent nichts anderes, als die Sicherheit etwas machen zu müssen und den Drang sich ständig zu perfektionieren.

Kleine Frage: bin ich ein Genie, weil ich zeitlich vor Cunningham ein Script entwickelt habe, das von der Funkionalität her einem Wiki entspricht?
Es stellt sich überhaupt die Frage, was ein Genie ist, und was man für einen Nutzen davon hätte...

Wenn die innere Überzeugung da ist, kann man doch in jedem Bereich in die Erfolgszone kommen. Die Freude ist das wichtigste, und dass man von etwas leben kann.

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