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Speak Limbic - wirkungsvoll präsentieren

Hermann-Ruess Anita, Speak Limbic - wirkungsvoll präsentieren
  • Kategorie(n): Persönlichkeit
  • Autor: Hermann-Ruess Anita
  • Verlag: BusinessVillage
  • ISBN: 3938358270
  • Preis: EUR 14,99
  • Bewertung:
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StefanMerath | 14. September 2006

Eine gute und wichtige Idee, die neuesten Ergebnisse der Gehirnforschung mit der Rhetorik zu verknüpfen. Allein durch den Versuch hebt sich Frau Hermann-Ruess deutlich positiv von anderen Trainern (die in ihrer übergroßen Mehrheit immer noch die mittlerweile wissenschaftlich als höchst fragwürdig geltende Gehirnhälftentheorie Sperrys aus den 50er Jahren als neueste Erkenntnis verbreiten) ab.

Leider wirkt der Ansatz nicht sehr gelungen. Als neueste Erkenntnisse werden folgende 2 Modelle aufgeführt. Einerseits das relativ verbreitete, aber auch schon über 20 Jahre alte HBDI (Herrmann Brain Dominanz Intsrument), dessen Aussagekraft vor dem Hintergrund der neueren Erkenntnisse der Neurowissenschaften ebenfalls angezweifelt werden darf.

Andererseits bezieht sie sich auf den relativ neuen Ansatz der Limbic Map® von Dr. Häusel (und den dabei zugrundeliegenden Umwälzungen der Neurowissenschaften seit 1995). Bei diesem Ansatz habe ich jedoch den Eindruck, dass die Autorin das in meinen Augen Wesentliche nicht mit bekommen hat: Die im Alltag (und in Persönlichkeitsmodellen wie DISG oder HBDI) verbreitete Entgegensetzung von Emotionalität und Rationalität wird in diesem Modell nämlich aufgehoben. Das was üblicherweise als Rationalität gilt, ist in diesem Modell nicht Gegensatz, sondern Teilmenge(!) der Emotionen. Hast du einmal erlebt, mit welcher emotionalen Vehemenz "rationale" Menschen mit- oder besser gegeneinander kommunizieren können? Wie soll es da Gegensatz sein?

Um den speziellen Bezug zur Rhetorik und dem Buch wieder herzustellen: Die Autorin empfiehlt angesichts der unterschiedlichen Typen von Zuhörern (die mit den beiden Modellen klassifiziert werden), den Vortrag entsprechend anzupassen. Bei rationalen Menschen soll der Vortrag dann gefühlsarm sein. Ist die Rationalität jedoch eine emotionale Facette, dann wird klar, dass es nicht um die Ansprache von mehr oder weniger Gefühlen geht, sondern schlicht um andere(!) Emotionen, die ich bei "rationalen" Menschen ansprechen muss. Oder anders: Der rationale Mensch freut sich doch nicht am Zahlenfriedhof, sondern Werte wie Genauigkeit lösen bei ihm positive Emotionen(!) aus. Und solche Werte kann man in seiner Rede durch vielfältige (emotionale) Bilder ansprechen. Aber sei's drum. Folgen wir der Autorin weiter.

Der Ansatz ist, vier verschiedene Präsentationsstile vorzustellen, die auf die Persönlichkeitstypen, der Zuhörer abgestimmt sind. Die 4er-Einteilung entspricht recht gut dem HBDI, beißt sich jedoch deutlich mit der 3er bzw. 6er-Einteilung von Häusel, so dass hier die Konsistenz fehlt. Unabhängig von diesen konzeptionellen Brüchen zu Beginn bringt die Autorin jedoch sehr ausgereifte praktische Tipps und Vorgehensweisen zu den vier Präsentationsstilen. Dies legt nahe, dass das Konzept schon etwas ausgereifter und damit älter ist. Und dies legt wiederum nahe, dass die Autorin eben auf den Limbic-Hype aufspringen wollte. Richtiger wäre es also gewesen, das Buch statt "Speak Limbic" besser "Speak HBDI" zu nennen.

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