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Stefans persönlicher Bücherschrank

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Gelesen und rezensiert von
Stefan Merath
| 31.07.2014 |
Neustart: Das Ende der Wirtschaft, wie wir sie kennen. Ab jetzt zählt der Mensch!

Neustart. Das Ende der Wirtschaft, wie wir sie kennen. Ab jetzt zählt der Mensch!

Kategorie(n)
Team und Führung
Autor
Cowden Patrick D.
Preis

19,99 €

ISBN
3424200921

Ein Buch, geschrieben von einem Manager, der in einer ganzen Reihe von börsennotierten Unternehmen tätig war, dort seine Rolle übererfüllt hat, gleichzeitig mehrfach raus geschmissen wurde und nun die Seiten gewechselt hat: Ab jetzt zählt der Mensch im Wirtschaften.

Nun, etwas merkwürdig finde ich, dass er, wenn er von seinen ehemaligen Arbeitgebern spricht, glaubt, dass alle Unternehmen so seien. Es gilt ganz sicher für die überwiegende Zahl der börsennotierten Unternehmen – aber da arbeiten gerade mal 30% aller Angestellten. Die überwiegende Zahl arbeitet in kleinen und mittleren Unternehmen, die in weiten Bereichen anders funktionieren. Da gibts keine Quartalsberichte und auch keine zentralistischen Vorgaben aus Tokio oder New York, die von der hiesigen Kultur keine Ahnung haben. Die Attitüde: Jetzt erzähl ich Euch mal, wie die Welt ist (und warum wir sie ändern müssen) erscheint ein bisschen so, wie wenn ein Übergewichtiger von seinen Problemen spricht und glaubt, dass das alle interessieren würde. Es sind aber nur 30 Prozent übergewichtig.

Nun gut, ich bin gutwillig und schaue mir mal an, was er über die paar börsennotierten Konzerne zu sagen hat. Wir lernen: Der Shareholder Value ist schlecht, weil er permanenten Druck ausübt. Zentrale Vorgaben sind schlecht, weil sie die regionalen Besonderheiten vernachlässigen und die Menschen entmündigen. Mitarbeiter-Benotungssysteme sind schlecht, weil sie zu eindimensional sind.

Die Manager haben, selbst, wenn sie es anders machen wollen, in den meisten Fällen nicht die Eier (wie sich Olli Kahn ausdrücken würde), das zu tun. Wir (als Manager) sollten uns trotzdem zuerst auf die Mitarbeiter, dann auf die Kunden und Lieferanten und zuletzt auf die Aktionäre konzentrieren. Und dann wäre die Welt besser. Blöd nur, wenn man wie der Autor jedes Mal, wenn man das macht, trotz toller Ergebnisse aus dem Unternehmen fliegt.

Nachdem der Autor in den Konzernen, in denen er arbeitet, also mehrfach aneckte und raus flog, hab ich mich gefragt, warum er nicht einfach selbst ein Unternehmen gründet und alles anders macht. Aber diese Option scheint auf der mentalen Landkarte des Autors gar nicht vorzukommen. Zum Beispiel redet er davon, dass über 99% der Menschen einen Chef über sich hätten. Offensichtlich ist ihm nicht bewusst, dass rund 12% selbständig sind oder ein Unternehmen haben…

Es gibt Menschen, die wie Cäsar sagen: lieber der Erste im Dorf als der Zweite in der Stadt. Es gibt Menschen, für die wäre es für alles Geld der Welt keine Option, sich anstellen zu lassen, schon gar nicht in einem Großkonzern (oder noch schlimmer, in der staatlichen Bürokratie). Und wenn sich etwas ändern soll, dann sind es diese Menschen, die das können!

Was lernt man nun als Unternehmer aus diesem Buch? Leider gar nix…

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