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„Wenn man weiß, wohin man will, kann man Ziele auch erreichen.“

Andreas Nau gründete 1994 gemeinsam mit einem Freund das Software-Unternehmen easySoft. Seit über 20 Jahren ist die easySoft GmbH mit ihren Softwarelösungen für das Bildungsmanagement und die Personalentwicklung am Markt. Anfang 2008 stand das Unternehmern kurz vor der Insolvenz – 2014 gewannen sie den 1. Platz bei TOP JOB und wurde Arbeitgeber des Jahres. Eine Neuorientierung des Unternehmens ermöglichte ein Wachstum von damals 14 auf heute 60 Mitarbeiter – und weiter steigend.

Andreas erinnert sich nur zu gut an die ersten Jahre als Unternehmer: Er und sein Freund arbeiteten Tag und Nacht an ihrer Software, fuhren zehntausende von Kilometern Jahr für Jahr, die Firma wuchs Stück für Stück…

Dann 2007 – ohne zu wissen warum – brach von einem Tag auf den anderen alles ab, das Business stagnierte.

Anfang 2008 kam der große Knall

„Alle unsere Bemühungen waren auf ein Ziel ausgerichtet – die Personalmesse in Stuttgart. Wir wollten mit einem neuen Produkt groß auftrumpfen, wollten ein Zeichen setzen und so auch die Geschäfte wiederbeleben“, schildert Andreas die damalige Situation. Doch dann kam alles anders: „Das Entwicklungsziel konnte nicht erreicht werden, die Produkteinführung verschob sich um mehrere Monate und mir war klar, dass wir es bis zum Messetermin nicht schaffen werden. Der Messestand war somit obsolet. Monatelang hatten wir auf diese Messe hingearbeitet, mit aller Kraft und jetzt standen wir vor dem Nichts.“

Die Konsequenzen lagen auf der Hand: Es waren keine neuen Aufträge in Sicht, das Team brach auseinander und zwei der wichtigsten Mitarbeiter warfen hin. „Ich konnte nicht mehr schlafen, bis spät in die Nacht grübelte ich über mein Unternehmen und über mein Leben. Ich befand mich in einer tiefen persönlichen Krise. Am Abend vor einer entscheidenden Sitzung überkam es mich plötzlich und ich schmiss wütend mein Rotweinglas an die Wand. Ich erschrak zutiefst über mich selbst und mir wurde klar, so möchte ich nicht weitermachen.“ Andreas sah keinen Ausweg mehr und beschloss an diesem Abend einen radikalen Schnitt zu machen. Er ging am nächsten Tag ins Büro, begann seine Sachen in einen Karton zu packen und teilte seinen Mitgeschäftsführern mit, dass er aus dem Unternehmen aussteige.

„Das wirkte wie ein Weckruf für die anderen, die natürlich alles daransetzten, dass ich mit an Bord blieb“, weiß Andreas heute. Und so ließ er sich auf einen Deal ein: Er sollte dem Unternehmen noch 6 Wochen lang eine Chance geben. Wenn in diesem Zeitraum alles beim Alten blieb, konnte er seinen Karton nehmen und die Türe hinter sich schließen.
 
6 Wochen, die es in sich hatten


Andreas ließ sich auf diesen Deal ein und nahm so auch den bereits zugesagten Messetermin wahr. „Der Messestand war bezahlt… ich konnte zwar keine neuen Produkte am Stand zeigen – dafür glänzte ich mit einem exzellenten Kaffee und dachte mir, dass dies zumindest das Networking unterstützen kann“, erzählt Andreas schmunzelnd. Heute weiß er, dass dies eine seiner besten Entscheidungen war, die er in dieser Situation treffen konnte. Denn in diesen 2 Tagen versorgte er seine Standnachbarn mit ausreichend Cappuccino – und bekam als Dankeschön am letzten Abend ein Buch in die Hand gedrückt. „Abends zu Hause angekommen, fiel mir das Buch in die Hände… eine Neuerscheinung, die der Verlag auf der Messe präsentierte… ein rotes Cover, der Autor ein Unternehmer… Stefan Merath – noch nie gehört… und dann begann ich zu lesen…“

„Was war eigentlich unser Zielfoto?“

Ab der ersten Seite war Andreas wie gefesselt von der Geschichte des Unternehmers Thomas Willmann. „Mir wurde auf einmal klar, warum wir uns in dieser scheinbar ausweglosen Situation befanden. Wir haben uns nie die Frage gestellt, was der Sinn und Zweck unseres Unternehmens, was unsere Werte sind. Wir wussten zu keinem Zeitpunkt, was unser Zielfoto ist.“

Von dem Buch infiziert, wollte Andreas mehr erfahren und so buchte er gleich Stefans Seminar „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“, um all die Fragen, die das Buch aufgeworfen hatte, noch näher zu ergründen. In dieser finanziell prekären Situation erklärten ihn die Kollegen für verrückt, auch noch Geld für ein Seminar ausgeben zu wollen, wo man doch gerade um das Überleben der Firma kämpfte. Andreas bezahlte das Seminar aus der eigenen Tasche – mit der Bedingung, dass wenn das Gelernte im Unternehmen eine Kehrtwende bringen würde, er am Ende des Jahres die Kosten und die investierten Urlaubstage zurückbekommen würde.

"Nach dem Seminar ging ein Ruck durchs Unternehmen..."

„… denn was mir an diesem Wochenende klar wurde, war, dass ich am Ende der Fahnenstange angelangt war. Es gab keine Alternative. Wenn ich mir vorstellte, wie mein Leben in 30 Jahren aussehen sollte, hatte ich ein ganz klares Bild vor Augen und auf einmal wusste ich, es gibt kein Zurück mehr. Ich war plötzlich so überzeugt davon, das Ruder rumreißen zu können und so setzte ich alles auf dem Seminar Gehörte und Gelernte konsequent um – ich war bereit jegliche Bürden auf mich zu nehmen. Während die anderen Unternehmer sich einen Bertram suchten, verpflichtete ich mich mir selbst – das war Ansporn genug und in den nächsten 3 Monaten hatte ich all meine Vorhaben umgesetzt,“  berichtet Andreas stolz.

Die Kehrtwende


Visionen und Werte

Im ersten Schritt war Andreas klar, dass er seine Vorhaben nur umsetzen konnte, wenn seine beiden Mitgeschäftsführer mit an Bord sind. Wenn jeder in eine andere Richtung blickt, war es unmöglich die Reise gemeinsam fortzusetzen. Nachdem diese grundlegende Frage geklärt war, entwickelten die drei eine gemeinsame Wertebasis und eine neue Vision für das Unternehmen.
 
Im zweiten Schritt mussten natürlich auch die Mitarbeiter mit den Werten und der Vision vertraut gemacht werden. Andreas versucht die einzelnen Werte immer wieder in Geschichten zu verpacken, um den konkreten Bezug zu den jeweiligen Arbeitsbereichen herzustellen. Wenn er bspw. über den Wert „Bestleistung“ sprach, beschrieb er seinen Mitarbeitern folgende Situation: „Es ist kurz vor Feierabend und als letzte Amtshandlung willst du eben noch schnell ein wichtiges Kundenschreiben zur Post bringen, merkst aber just in dem Moment, als du den Brief in den Umschlag steckst, dass du einen Rechtschreibfehler im Anschreiben hast – wie verhältst du dich? Denkst du „Was soll’s – Augen zu und durch“ oder korrigierst du den Fehler, druckst den Brief erneut aus und bringst ihn erst dann zur Post?“ Andreas versucht so seinen Mitarbeitern zu verdeutlichen, dass in seinem Unternehmen Bestleistung an oberster Stelle steht und dass seine Mitarbeiter diesen Wert in allem Tun leben sollen.

Der Unternehmer betont immer wieder, dass es ihm damals wie heute wichtig ist, dass sich die Mitarbeiter ganz bewusst für diese Werte und die Vision entscheiden. „Jeder, der sich mit unseren Werten und unserer Vision identifizieren und diese leben kann, ist in unserem Unternehmen herzlich willkommen. Ich möchte niemandem meine Gedanken und meine Ideen überstülpen – dann passt es einfach nicht. Das gemeinsame Zielfoto ist für uns und unsere Mitarbeiter eine wichtige Leitplanke. Es hilft uns bei Entscheidungen, gibt uns Rückhalt in schwierigen Situationen, motiviert uns und wir können Korrekturen vornehmen, wenn wir abweichen.“
 
EKS (Engpasskonzentrierte Strategie)

Im nächsten Schritt nahm Andreas seine Produktpalette und seine Kunden unter die Lupe und leitete auch hier ersten Maßnahmen ein. „Wir waren viel zu breit aufgestellt. Wir mussten uns erst einmal wieder gesund schrumpfen.“ So fokussierte sich die easysoft GmbH auf eine ganz spitze Zielgruppe – auf das Bildungsmanagement im Gesundheitswesen. „Hier haben wir den größten Engpass identifizieren können und wussten, dass unsere Produkte gebraucht werden.“
 
TEMP-Methode

Außerdem führte Andreas im Unternehmen ein Managementsystem nach der TEMP-Methode ein. Vor allem der 3. und 4. Baustein, der sich um die Mitarbeiter und die Prozesse kümmert, war für Andreas hilfreich, das Unternehmen noch kundenorientierter und effektiver zu gestalten.
 
Mit diesen drei maßgeblichen Veränderungen gelang es ihm tatsächlich sich aus der prekären Situation zu befreien. Andreas schaffte die Kehrtwende: Ende 2008 – noch im gleichen Jahr der drohenden Insolvenz – verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 30 %!

Die unternehmerischen Wachstumshürden meistern

Seither geht es mit easySoft stetig bergauf. Was aber nicht heißt, dass immer alles rosig ist. Andreas kennt die klassischen Wachstumshürden nur allzu gut: „2012 war beispielsweise ein Jahr, in dem das Business wieder stagnierte, aber das ist immer wieder ein guter Zeitpunkt,  um genauer hinzusehen und das Unternehmen neu auszurichten. Auch das Jahr 2015 blieb umsatzmäßig deutlich hinter unseren Erwartungen zurück, aber es ist uns auch in dieser Situation wieder gelungen das Ganze zu drehen.“

Als besonders kritisch beschreibt Andreas die Hürden von 15, 30 und 60 Mitarbeitern. Während bei wenigen Mitarbeitern noch ganz andere Dinge im Fokus stehen, rücken natürlich bei 60 Mitarbeitern  ganz andere Kompetenzen und Anforderungen an einen Unternehmer in den Mittelpunkt. Andreas erinnert sich noch gut zurück, als er bei Stefan im Braintrust saß und ihn Fragen zur  Mitarbeiterführung beschäftigten – damals hatte er 18 Mitarbeiter! Heute mit über 60 Mitarbeitern beschäftigen ihn diese Themen mehr denn je und daher ist die Mitarbeiterführung auch zu seinem Schwerpunkt geworden.

„In den letzten 6 Jahren haben wir uns sowohl von der Mitarbeiteranzahl als auch vom Umsatz verdreifacht. Wir konnten den Nutzen unserer Software für unsere Kunden ein Vielfaches verbessern – und wir sind weiter dabei….“

Work-Life-Blend statt Work-Life-Balance

Bei easySoft geht es bewusst nicht um die Balance zwischen Arbeit und Freizeit, sondern darum, Freizeit und Arbeit so zu verbinden, dass eine gute Mischung entsteht. Das bedeutet, dass Andreas immer wieder versucht Sport, Fitness und Erholung in den Arbeitsalltag zu integrieren. Er ist selbst ein leidenschaftlicher Läufer und so schnüren mittlerweile einige seiner Mitarbeiter gemeinsam mit ihm in der Mittagspause die Laufschuhe. Er legt viel Wert auf gemeinsame sportliche Aktivitäten und wer dem Laufen nicht ganz so viel abgewinnen kann, kann sich dafür an einer 7 Meter hohen Boulder- und Kletterwand austoben.

Arbeitgeber des Jahres 2014

„2012 haben wir dann zum ersten Mal bei dem Arbeitgeberwettbewerb „Top Job“ teilgenommen und sind unter den besten 100 Firmen gelandet. Das war dann Ansporn genug dranzubleiben. Wir haben einen umfangreichen Maßnahmenkatalog bekommen, der es uns ermöglichte Schwachstellen zu identifizieren und wir wussten schnell, was wir noch besser machen können.“

Das Resultat: EasySoft gewann 2014 den 1. Platz bei TOP JOB und wurde Arbeitgeber des Jahres. 2015 erreichte das Unternehmen den 5. Platz bei GREAT PLACE TO WORK 2015 (ITK) und bekam das Arbeitgebersiegel der EKD „ArbeitPLUS 2015“.

Im Prinzip hat Andreas alles erreicht, doch er weiß: „Wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt und somit werden wir uns jetzt sicherlich auch nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das ist für uns immer nur eine Standortbestimmung und die Reise geht weiter, die Dinge ändern sich und wir müssen stetig dranbleiben. Wir sind gerade dabei einen Neubau am Standort Metzingen fertigzustellen – dort gibt es Platz für über 100 Mitarbeiter und wenn wir dann immer noch in der Lage sind uns als Top-Arbeitgeber zu bezeichnen, sind wir unserem Zielfoto schon wieder ein Stück näher gekommen.

Mit dem Neubau möchte das Unternehmen für seine Mitarbeiter ein optimales Arbeitsumfeld schaffen. Es wird ein ganz neues Konzept aus Großraumbüros, Loungebereichen und Workplaces für die Teamarbeit geben, sodass das Arbeiten Spaß macht und optimal auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt sein wird.

Auch unterstützt Andreas jeden Mitarbeiter in seiner persönlichen Entwicklung. Er bietet immer wieder – gerade auch für neue Mitarbeiter – Workshops an, in denen es um die Werte, die Ziele und Visionen des Unternehmens geht. Auch spricht er mit seinen Mitarbeitern über deren Pläne und Träume, die sie im privaten, familiären und auch im beruflichen Kontext haben. „Es ist mir wichtig, dass jeder seine Träume verfolgt und dabei möchte ich unterstützen. Einem Mitarbeiter haben wir ermöglicht, dass er sich eine dreimonatige Auszeit zum Reisen nehmen konnte. Als er zurückkam, hat sich das doppelt und dreifach ausgezahlt, denn er brachte so viele neue Impulse und Ideen und so viel neue Energie mit, dass das ganze Unternehmen davon profitiert hat,“ erzählt Andreas überzeugt.


Und das ist wahrscheinlich auch Andreas Erfolgsgeheimnis. Immer wieder fragt er sich: „Wo will ich in 30 Jahren stehen? Was für ein Unternehmer möchte ich in 30 Jahren sein? Was für ein Mensch?  Wenn ich mir diese Frage ehrlich beantworte, weiß ich immer, was zu tun ist, um diesem Ziel näherzukommen. Denn bei allem, was wir tun, ist nicht das „ob“, sondern das „wie“ entscheidend!“
 

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