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Coronavirus - Praxisratgeber für Unternehmer

​Corona-Virus – ein Fall für das Business-Continuity-Management?

In den aktuellen Nachrichten erhält man widersprüchliche Informationen und Eindrücke über die drohende Corona-Pandemie. Je nach befragtem Experten ist Deutschland gut vorbereitet oder eben auch nicht. Der Ausbruch lässt sich kontrollieren; oder eben nicht. Ein Experte sagt, 60-70 Prozent der deutschen Bevölkerung werden früher oder später persönlich mit SARS-CoV2 Bekanntschaft machen. Auch die Sterblichkeit wird zwischen „Grippe-üblich“ und deutlich höher bis zu 3,4 Prozent der Infizierten angegeben.

Und auch die Reaktion der Bevölkerung wird widersprüchlich dargestellt. Zwischen panikartigen Hamsterkäufen, bis zur Gelassenheit, ist alles dabei.
Was heißt das nun für uns Unternehmer? Wenn man dem Tipp mancher Risikoexperten wie Nassim Nicholas Taleb (u.a. Autor von „Black Swan“) folgt, sollten die Nachrichten generell gemieden werden. Das Einzige, was dadurch passiert, ist dass sie die eigene Stimmung herunterziehen. Denn die Medien haben heutzutage anscheinend das Bedürfnis mit möglichst reißerischen Überschriften Klicks zu erzeugen. 

Halten wir zunächst fest: kopflose Panik gehört nicht das Repertoire eines Unternehmers! Wohl aber das Treffen gezielter Entscheidungen und vernunftbasiertes Handeln.

Corona ist kein schwarzer Schwan. Endemien, Epidemien und Pandemien gehörten zu den allgemeinen Lebensrisiken und tauchen regelmäßig auf. Was sich geändert hat, ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit durch unsere Mobilität, und die gelenkte Aufmerksamkeit durch die Medien.

Was können wir in der aktuellen Situation konkret tun?

Stefan hat bereits auf Maßnahmen wie Übergangskredite und Kurzarbeit als mögliche Lösungsoptionen hingewiesen. 

Aktuell wird in Foren sogar diskutiert, ob Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden angesichts der Lage überhaupt zur Arbeit „zwingen“ können, oder ob Arbeitnehmer die Infektionswelle nicht besser Zuhause aussitzen sollten. Klar ist, dass arbeitsvertragliche Pflichten nicht ausgesetzt oder ausgehebelt werden. Im Gegenteil, Unternehmer können, wenn es nötig ist, sogar Mehrarbeit anordnen, um Ausfälle in der Produktion zu kompensieren. Bei Notwendigkeit können aber auch einzelne Mitarbeitende nach Hause geschickt oder Arbeit von Zuhause („Homeoffice“) angeordnet werden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Ein Notfallschichtplan ist generell zu empfehlen. Planen, welches Personal mit welcher Qualifikation mindestens nötig ist, um die Produktion auf dem überlebenswichtigen Niveau aufrecht zu erhalten. Auf dem Höhepunkt einer Infektionswelle muss man mit bis zu 33 % Krankenstand rechnen. Darauf sollte die Planung ausgelegt sein.

Einen Strich durch die Rechnung können uns allerdings Behörden machen. Im föderalen Deutschland sind die Gesundheitsbehörden sehr regional organisiert. Ebenso ist das Katastrophenschutzrecht Ländersache. Sollten im schlimmsten Fall Ausgangssperren verhängt werden, müssen wir wissen, wie wir darauf reagieren können. Wer wird mindestens gebraucht und wie können Geschäftsprozesse aufrechterhalten werden?

Hygienemaßnahmen

Zu den Hygienemaßnahmen gibt es derzeit Empfehlungen von unterschiedlichen Stellen. Eine wichtige Quelle ist das Robert-Koch-Institut. Generell gilt es, die üblichen Hygieneregeln zu beachten. Regelmäßiges Händewaschen muss eine Selbstverständlichkeit sein. Und bitte auch Displays von Smartphones und Tablets regelmäßig reinigen. Das gilt auch für Point-of-Sales Terminals. Mit Reinigen ist nicht übermäßiges desinfizieren gemeint. 

Bei der Anwendung von Desinfektionsmitteln muss unbedingt die Herstelleranweisung beachtet werden, sonst entsteht mehr Kollateralschaden als Wirkung. Einwirkzeiten, Konzentration der Mittel und Eignung für Oberflächen müssen beachtet werden. Es gilt: weniger ist besser! Das gilt auch für Händedesinfektion. Der übliche „Spritz“ in die Hand mit kurzem Verreiben hilft leider gar nichts. Händedesinfektion muss über 30 Sekunden in die Hand eingerieben werden, dabei müssen die Hände stets feucht mit Desinfektionsmittel gehalten werden. 

Schutzmasken geben ein Gefühl der Sicherheit, die meisten Maskentypen sind aber schlicht ungeeignet und werden nicht richtig getragen. Sie müssen, um zu schützen, dass Gesicht fest umschließen und sollen ein Ausatemventil haben, um einen chronischen Überdruck auf die Atemwege zu verhindern. Bartträger müssen den Bart abrasieren – komplett! Sonst funktioniert die Maske nicht. Daher Schutzmasken nur dann und dort einsetzen, wo viel Umgang mit Menschen herrscht. Und auch dort gilt – Herstelleranweisung beachten! Bei längerfristigem Gebrauch von Schutzmasken ist gegebenenfalls eine eigene arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung (G26) nötig! 
 

Was ein verantwortungsvoller Unternehmer langfristig tun sollte – Business-Continuity-Management

Der Begriff Business-Continuity-Management steht dafür systematisch dafür zu sorgen, dass ein Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen arbeits- und lieferfähig bleiben kann. Es ist nicht so kompliziert wie es sich anhört und auch für kleine und mittlere Unternehmen empfehlenswert.

Nach einer genauen Untersuchung der eigenen Geschäftsprozesse werden Maßnahmen abgeleitet, um das Unternehmen gegen gewisse Situationen „abzuhärten“, also resilienter zu gestalten. Für wichtige Szenarien werden Pläne entwickelt, die im richtigen Moment angewendet werden können. Dazu gehören auch Notfallpläne für Epidemien und Pandemien im eigenen Unternehmen.

Wir haben eine Anleitung für ein kurzes und knackiges Business-Continuity-Management angehängt.

Als Unternehmer müssen wir damit rechnen, dass es immer wieder zu Unterbrechungen oder zu negativen Einflüssen auf unser Geschäft kommt. Die Bereitschaft darauf zielgerichtet reagieren zu können, ist überlebenswichtig. Pandemien sind nur ein Beispiel für solche „Störungen“. Auch Ausfälle von Lieferanten durch Unwetter, Erdbeben oder Unruhen, Veränderungen der Marktstimmung, Cyber-Bedrohungen wie Schadsoftware oder Knappheit von Rohstoffen oder Produkten können uns Unternehmer herausfordern.

Mit einem Business-Continuity-Management haben wir zumindest alles getan, um unser Geschäftsmodell zu verstehen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Dies ist in unseren volatilen Zeiten nötiger als je zuvor.


Der Autor: Uwe Rühl ist im Unternehmertraining 2020/21 und unterstützt mit seinem Team Unternehmen beim Aufbau und Betrieb von Risiko-Management-Systemen. In seinem Vor-Unternehmer-Leben war er unter anderem als Leiter von Notrufleitstellen in Bayern und Schleswig-Holstein tätig und war Fachberater für chemische, biologische und radioaktiv-nukleare Gefahrenlagen. Unter anderem wirkte er an Konzepten zum Schutz der Fußball-WM 2006 in Deutschland mit. Im Wiley Verlag ist sein Buch Unternehmerische Resilienz erschienen. Dort beschreibt er, welche Methoden Unternehmen helfen können, widerstandsfähiger zu werden.

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