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Unternehmercoach-Blog

11.000

Angesichts des Kriegs in der Ukraine bewies Scholz plötzlich Kanzlerformat und kündigte kurzerhand ein Sondervermögen über 100.000.000.000 € an, um aus der Bundeswehr eine funktionierende Armee zu machen...
Angesichts fehlender Rucksäcke für Soldaten im Einsatz, einer Kampfschwimmereinheit ohne Schwimmhalle zum Trainieren, 5.000 Helmen, die über 3 Wochen brauchen, bis sie in der Ukraine sind und noch einiger anderer kafkaesker Tollheiten, scheint das sehr sinnvoll zu sein. Es scheint so, dass er mit dieser überraschenden Ankündigung sogar die Gegner in der eigenen Partei und bei den Grünen übertölpelt hat.


Leider steht ihm jetzt ein viel mächtiger Gegner gegenüber. Dieser Gegner heißt BAAINBw (auch wenn das so lang ist, wie ein normales Wort: es ist eine Abkürzung!) – das ist das Beschaffungsamt der Bundeswehr. Wir haben derzeit knapp 184.000 Angehörige der Bundeswehr. Davon sind 11.000 (elftausend!!!) bei eben jener Behörde verantwortlich für den Einkauf. Also dafür, dass Gewehre gekauft werden, die nach etwas Gebrauch ca. 6 Meter danebenschießen, weil aus Kostengründen kein Stahl, sondern Kunststoff verwendet wurde.

Diese Behörde gilt als unreformierbar und ist angeblich fest in der Hand der Gewerkschaft Verdi. Die oberste Priorität ist auch nicht die beste Ausstattung der Bundeswehr, sondern die Rechtssicherheit beim Einkauf. Will man den dortigen Geist spüren, so muss man nur auf die Startseite gehen und findet dort nicht weniger als 14 (vierzehn!) Organigramme. Alles klar?

Um dieses Problem zu umgehen, wird nun drüber diskutiert, eine zweite, parallele Beschaffungsbehörde einzurichten, die die 100.000.000.000 € verteilen soll. Tricky, oder?
 

Das eigentliche Problem...

Nur, dass das Problem gar nicht in der Behörde liegt. Hat sich schon mal jemand Gedanken über die Menge der zu beachtenden Regeln und Gesetze beim Einkauf gemacht? Hat sich jemand darüber Gedanken gemacht, dass die Grundphilosophie Misstrauen ist? Dass angenommen wird, dass jeder Mitarbeiter sich bestechen lässt und den Auftrag seinem Spezi zuschiebt? Dass angenommen wird, dass Mitarbeiter nicht von selbst zwischen Preis und Qualität abwägen können? Und dass deshalb alles haarklein geregelt ist. Und dass jemand die Regeleinhaltung kontrolliert? Und noch jemand anderes die Kontrolleure der Kontrolleure?

Und dass auch niemand nach der Feststellung, dass vielleicht 500 Leute zum Einkauf auch reichen, 10.500 Leute vor die Türe setzen kann? Oder meinetwegen 5.000 davon auch einen Helm geben kann, damit sie was Sinnvolles machen? Das Problem ist nicht die Behörde, sondern der Wildwuchs an Regeln und Gesetzen, der jedem, der was ändern will, sämtliche Handlungsoptionen nimmt.

 

Was lernen wir für uns als Unternehmer draus?

  1. Korrektes Verhalten

    Wenn wir uns an alle Regeln und Gesetze wörtlich halten würden (DSGVO, AGG, …), dann bräuchten wir etwa 20-mal so viele Mitarbeiter. Da wir die nicht bezahlen können, versuchen wir uns eben möglichst korrekt zu verhalten – das reicht auch.
     
  2. Regeln oder Vertrauen? 

    Regeln und Abläufe sind bis zu einem bestimmten Grad sinnvoll, danach werden sie kontraproduktiv. Es gibt zwei Punkte, wo das System kippt. Zum einen, wenn die Kosten für Einrichtung und Aufrechterhaltung höher als der Nutzen werden. Zum anderen, wenn es nicht mehr vorrangig um Qualität oder Kostenersparnis geht, sondern um Misstrauen und Kontrolle. Und das ist viel früher als man denkt. Hinterfrag mal, an welchen Stellen du überall bei dir in der Firma Prozesse und Freigaben und ähnliches eingerichtet hast, weil du nicht vertraust!

  3. Geldtopf mit Freiheit

    Wir brauchen als Unternehmer einen Geldtopf, auf dem „Freiheit“ steht. Dieses Geld liegt auf einem separaten Konto und ist mental schon weg. Dieser Geldtopf ist für Situationen, wenn wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen Dinge tun müssen, die wir laut Gesetzgeber nicht tun sollten. Dann machen wir trotzdem das Richtige, langen in den Topf und zahlen eben die Strafe.

Die Alternative wären irgendwann völlig nutzlose 11.000 Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass unsere Programmierer die modernsten 486er-Rechner haben (für die Jüngeren unter uns: die Dinger waren in den 90ern echt fix…).

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